Eschweiler: Der Eschweiler Talbahnhof: Kabarett als Standortfaktor

Eschweiler: Der Eschweiler Talbahnhof: Kabarett als Standortfaktor

Wilfried Schmickler, Christoph Sieber, Erwin Grosche, Thomas Freitag, Hazel Brugger, Torsten Sträter, Sebastian Pufpaff, Martin Zingsheim, Christian Ehring und, und, und: Die Liste liest sich wie das „who is who“ des deutschsprachigen Kabaretts beziehungsweise der Comedy-Szene und ließe sich noch nahezu endlos fortführen. Die Gemeinsamkeit der Genannten?

Sie alle waren auf den Bühnen der Kleinkunstinitiative Euregio, deren Basis seit mehr als zwei Jahrzehnten im Eschweiler Talbahnhof liegt, zu Gast und sollen dies auch weiterhin sein. Ihren Teil dazu beitragen möchten die engagierten Kulturliebhaber des Kleinkunstfördervereins Talbahnhof. Während der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend wurden die Weichen für die nähere Zukunft gestellt. Unter anderem wurden die Vorstandsmitglieder ohne Gegenstimmen in ihren Ämtern bestätigt.

„Das Kulturzentrum Talbahnhof ist eine indestädtische Institution und für die Stadt ein wichtiger Standortfaktor“, betonte der Vorsitzende Peter Adrian gleich zu Beginn der Versammlung die Bedeutung der Einrichtung. Bundesweit gebe es keine Bühne dieses Zuschnitts, die ein solch hochwertiges Programm auf die Beine stelle.

Dies sei jedoch alles andere als eine Selbstverständlichkeit. „Selbst ausverkaufte Veranstaltungen sind im Talbahnhof nur in den seltensten Fällen kostendeckend. Es ist ein stetiger Kampf, den Talbahnhof am Leben zu erhalten“, so Peter Adrian, der an seine Zuhörer den Appell richtete, im Freundes- und Bekanntenkreis über den Talbahnhof zu reden und für ihn zu werben.

Finanziell stabil

Nach der Entlastung und Neuwahl des Vorstands (für zwei Jahre) nahm Kulturwirt Walter Danz zur Situation der Kleinkunstinitiative Euregio Stellung. „In finanzieller Hinsicht ist die Lage, auch Dank des Engagements des Fördervereins, stabil.“ Die Stadt Eschweiler und die Ratsmitglieder unterstützten den Talbahnhof im Rahmen ihrer Möglichkeiten.

„Klar muss aber auch sein, dass wir auf Großveranstaltungen im Aachener Eurogress, im Audimax oder in den Kurpark-Terrassen angewiesen sind“, unterstrich Walter Danz. Innerhalb Eschweilers böten die Festhalle Weisweiler und die Aula der Realschule Patternhof Möglichkeiten für Veranstaltungen außerhalb des Talbahnhofs.

Dort sei bei allen Vorteilen, die das Ambiente biete, auf Grund der begrenzten Zuschauer- und -hörerzahl kaum Geld zu verdienen. „Die Künstler erhalten selbstverständlich eine Gage. Hinzu kommen Aufwendungen für die Technik und Personalkosten“, begründete der Kulturwirt die Notwendigkeit der „Auswärtsspiele“, mit denen es aber auch gelinge, Künstler zu binden.

„Es gibt kaum einen Künstler von Rang, der noch nicht bei uns war.“ Und dies gelte nicht nur für die Bereiche Kabarett und Comedy. „Großartige Musiker wie Jacques Stotzem, Fats von Gerolstein und die Big Bandits sind uns als Lokalmatadoren sehr gewogen. Darüber hinaus wollen wir auch Künstler begleiten, die noch keinen großen Namen haben oder auch niemals einen haben werden, das Publikum aber dennoch mitreißen können“, so Walter Danz, der seine Ausführungen mit einer Klarstellung abschloss. „Ich mag nach wie vor als das Gesicht des Talbahnhofs wahrgenommen werden. Doch für unser Programm zeichnet meine Frau Agnes verantwortlich.“

Und dieses verspricht auch für das laufende Jahr einiges. Nicht zuletzt, weil auch die Akteure des Fördervereins einmal mehr in Aktion treten und am Mittwoch, 5. September, den hoch angesehenen Kabarettwettbewerb „Eschweiler Lok“ präsentieren.

(ran)
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