Eschweiler: Der Drachentöter sitzt seit Wochen im Käfig

Eschweiler : Der Drachentöter sitzt seit Wochen im Käfig

„Michael der Drachentöter“ befindet sich zurzeit hinter Gittern. Das Denkmal des Künstlers und Bildhauers Bonifatius Stirnberg hat im Laufe der Jahre gelitten und einiges von der Bronzeschicht eingebüßt. Immerhin bewacht der Drachentöter schon 33 Jahre den Kirchenvorplatz. Am 21. Mai 1985 wurde die Bronzeskulptur aufgestellt.

Nachkriegsstatue

Früher befand sich auf einer großen Freitreppe eine Statue des Heiligen Michaels, denn damals hieß die Peter-Paul-Kirche St. Michael. Doch dann hatte der Kölner Domprobst die Hoheit über diese Kirchengemeinde und seither heißt die Kirche St. Peter und Paul.

Die große Michaelstatue wurde bei Bombenangriffen 1943/44 zerstört. Der Wiederaufbau der Kirche nach dem Krieg dauerte 30 Jahre, bis 1975 die letzten Renovierungsarbeiten beendet waren. Lediglich die Statue des heiligen Michael fehlte. Nachdem die Finanzierung gesichert war, wurde der Aachener Bildhauer Bonifatius Stirnberg beauftragt ein neues Denkmal des St. Michael zu fertigen. Als Standort wurde jedoch die vom Marktplatz abgewandte Seite des Kircheneinganges an der Dürener Straße gewählt. Der ehemalige Schüler von Joseph Beuys an der Düsseldorfer Kunstakademie entwarf einen Feuer speienden Drachen, dessen Rachen weit geöffnet ist. Über dem Drachen mit einer Lanze bewaffnet schwebt der Engel Michael. Die Lanze stößt tief in das weit geöffnete Maul des Drachen hinein. Auf diese Weise besiegt Michael das Böse.

Diese Darstellungen sind in vielfältiger Weise im christlichen Glauben vorhanden, haben ihre Ursprünge aber in alten überlieferten heidnischen Geschichten. Der Drachentöter taucht in der langen mythologischen Geschichte in unterschiedlichen Gestalten und vielen Legenden auf.

Da die Restaurierungsarbeiten nur der viel beschäftigte Künstler selbst erledigen kann, wird sich der Drachentöter noch etwas in seinem „Gefängnis“ gedulden müssen.

Die Stadt Eschweiler, die Eigentümer dieses Denkmals ist, ist aber guter Hoffnung, dass die Tage „im Knast“ gezählt sind.

(irmi)
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