Eschweiler: Dem Zwang eine Absage erteilt

Eschweiler: Dem Zwang eine Absage erteilt

„Ich weiß nicht, wie viel Zeit Sie haben ...” - Hausherr Dr. Andreas Frick, Pfarrer von St. Peter und Paul, hatte die Mitarbeiter des Hauses St. Josef und die Gäste beim Neujahrsempfang auf den Vortrag eingestimmt, der im Mittelpunkt des Treffens stand: „Alles hat seine Zeit - nur ich habe keine!”

Über die gesellschaftlichen und psychologischen Hintergründe der Zeitnot, und wie man dieser Angst, das Leben zu versäumen, ein wenig bremsen kann, erzählte Dr. Alfred Etheber vom Caritasverband des Bistums Aachen.

Ein Vortrag, der (natürlich) auch unter Zeitdruck stand. 20 Minuten habe Wolfgang Gerhards ihm zugestanden, berichtete der Referent lachend. 20 Minuten für ein Thema, für das er sich bei Seminaren einen ganzen Tag Zeit lasse.

„Tun sie mal 20 Minuten lang nichts! Das ist schwer. Vielleicht auch dabei nichts denken - das ist die Steigerungsform!” Aber es lohne sich, sich einmal Zeit für nichts zu nehmen.

„Alles hat seine Zeit” ist ein Bibelwort aus dem Buch Kohelet. Alles hat seine Zeit - aber warum haben wir Menschen heute keine Zeit? Von dem Hoffnungen, den Idealen der Moderne sei nur eine übrig geblieben: die Idee der Beschleunigung. Das habe aberwitzige Züge angenommen.

Das Leben als Wettlauf mit der Zeit - Etheber machte die psychologischen und religiösen Dimensionen dieser Einstellung deutlich. Der Zwang, jeden Genuss hier, in diesem Leben, erleben zu wollen, die Sucht, schnell und viel zu leben, bringe keine Erfüllung. Dr. Etheber: „Du kannst den Wettlauf mit den vielen Möglichkeiten, die das Leben dir bietet, nicht gewinnen.”

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