Gegen rechte Kräfte und für mehr Solidarität : Delegierte der IG Metall beziehen Stellung

Gegen rechte Kräfte und für mehr Solidarität : Delegierte der IG Metall beziehen Stellung

Die Metaller beziehen Stellung — gegen rechte Kräfte, für mehr Solidarität in der Gesellschaft. Doch auch im Kleinen, Alltäglichen bewegen sich die Delegierten der IG-Metall-Ortsgruppe Stolberg, zu der auch die Kollegen aus Eschweiler gehören und die mit der Dürener Gliederung eine enge Zusammenarbeit mit dem Ziel des Zusammenschlusses eingegangen ist, ganz auf der Höhe der Zeit.

Vom Stolberger Ersten Bevollmächtigten Martin Peters und seinem Dürener Pendant Paul Zimmermann ließen sich die Delegierten über Tarifverhandlungen und den Stand des Fusionsprozesses informieren. Auch ein Vortrag über aktuelle Entwicklungen der Renten stand in der Festhalle Weisweiler auf dem Programm.

„Den Kollegen ist die Zeit mehr wert als das Geld.“ So brachte Martin Peters eine aktuelle Entwicklung auf den Punkt, die den Beschäftigten der Metallbranche erlaubt, zwischen einer Sonderzahlung in Höhe von 27,5 Prozent des Monatslohnes oder acht freien Tagen zu wählen.

nsequenzen soll die Regelung, die erstmals im kommenden Jahr greifen soll, nach dem Willen des Bevollmächtigten auch für die Chefs haben: „Wir fordern die Arbeitgeber dazu auf, den Verlust an Arbeitszeitvolumen durch Neueinstellungen auszugleichen.“ Für die Gewerkschafter, die sich als Berater der Arbeitnehmer darum mühen mussten, einen Zugang zu dieser Materie zu finden, sei das ein hartes Brot gewesen: „Die Kollegen mussten sich durch 60 Seiten juristischen Text ackern.“

Was die Verhandlungen in den Betrieben betrifft, gab Martin Peters in seinem Rechenschaftsbericht ebenfalls aktuelle Einblicke. Unter anderem sei in der Büsbacher Firma Hoven ein Haustarifvertrag ausgehandelt worden. Die anstehende Zusammenführung der bis dato selbstständigen Stolberger Unternehmen unter dem Dach der Wieland AG kommentierte der oberste Metaller vor Ort nüchtern: „In Stolberg verändert sich die Landschaft“, um daran ironisch im Hinblick auf die Gespräche zwischen Gewerkschaftern und Managern anzuschließen: „Wieland hat leichte Schwierigkeiten mit der Tarifbindung.“ Etwaigen Auseinandersetzungen sieht Peters gefasst entgegen, denn: „80 Prozent der Beschäftigten sind gewerkschaftlich organisiert.“

Detaillierte Einblicke in den Fusionsprozess gab es außerdem. So haben Beschäftigte der Geschäftsstellen in Stolberg und Düren eine Klausurtagung zur Feinabstimmung untereinander genutzt. Darüber hinaus habe der Kooperationsbeirat, der den Prozess begleitet, getagt. Insgesamt zog Peters ein positives Fazit: „Wir sind schon relativ weit.“ Unter Druck sieht sich der IGM-Ortschef keineswegs: „Die Zeit drängt nicht.“

(chh)
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