Inden: Das Ziel: Neue Arbeitsplätze in die Region holen

Inden: Das Ziel: Neue Arbeitsplätze in die Region holen

Getreu einer Vereinbarung mit der Indeland GmbH hatte die RWE-Power AG bei der Firma Prognos eine Studie zur Untersuchung von Potenzialen der Industrieflächenentwicklung und -vermarktung an RWE-Kraftwerksstandorten im „Rheinischen Revier” in Auftrag gegeben.

Achim Lückoff von der Liegenschaftsentwicklung bei RWE stellte im Indener Ausschuss für Gemeindeplanung und -entwicklung die Ergebnisse der Expertise vor, die dazu beitragen soll, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu unterstützen.

Das interkommunale Industriegebiet Eschweiler/Inden, für das seit Jahren ein rechtskräftiger Bebauungsplan besteht, ist nur einer von vier Standorten, mit dem sich die Prognos-Gutachter beschäftigt haben. Ähnlich sind die Gegebenheiten noch in Neurath, während für Bergheim-Niederaußem und Hürth noch gar keine Bebauungspläne aufgestellt worden sind. Naturgemäß fokussiert sich das Indener Interesse auf das rund 15 Hektar große Plangebiet an der Gemeindegrenze zu Weisweiler, wo bereits in zwei Fällen die Ansiedlung einer kompletten Papierfabrik gescheitert ist. Das benachbarte Braunkohlenkraftwerk hätte für die stromhungrigen Maschinen neben Energie auch Dampf zur Verfügung gestellt.

Zu den weiteren Standortvorteilen, die auch für andere Branchen gelten, zählt die Studie die glänzende Erreichbarkeit dank Autobahn- und Gleisanschluss, das große Fachkräfteangebot und die enormen Traufhöhen im Plangebiet auf. Zudem empfiehlt Prognos dem Auftraggeber, die bestehende Strategie bei der Ansiedlung neuer Industriebetriebe zu ändern.

Den Standort vermarkten

„Wir wollen den Standort vermarkten”, gab Lückoff als neue Losung von RWE aus, wo bisher eher abwartend agiert wurde. In Zusammenarbeit mit NRW.Invest sollen künftig weltweit strom- und wärmeintensive Branchen angesprochen werden. Neben Strom und Wärme stellt das Kraftwerk einen ganzen Strauß möglicher Synergien bereit, etwa Druckluft, Prozesswärme oder Abwasserbehandlung.

Interessant ist der Standort für Gummi-, Kunststoff- oder Textilbetriebe, die Glasindustrie, Maschinen- oder Gartenbau sowie die chemische Industrie. Vorteil: Das Land fördert die Ansiedlung all dieser Bereiche. Bei der aktiven Vermarktung sollen für bestimmte Zielbranchen differenzierte Marktanalysen erstellt sowie Flächen und Dienstleistungen bereit gestellt werden.

Begleitet werden all diese Aktivitäten, die in diesem Jahr beginnen, von einem Arbeitskreis, besetzt mit Vertretern aus Eschweiler, Inden und von NRW.Invest.

„Die Gemeinde begrüßt die Änderung der Strategie”, sagte im Ausschuss Indens Bürgermeister Ulrich Schuster, der diesen Ansatz für erheblich erfolgversprechender hält beim Erreichen des Zieles, neue Arbeitsplätze in die Region zu holen.

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