Eschweiler: Das Team vom Forst leistet nach Sturm „Burglind“ Schwerstarbeit

Eschweiler : Das Team vom Forst leistet nach Sturm „Burglind“ Schwerstarbeit

420 Hektar ist er groß. der Eschweilers Stadtwald. Das heißt: So groß war er bis zum Morgen des 3. Januar. Dann kam „Burglind“. Und schlug eine gewaltige Schneise in den Baumbestand. „Burglind hat uns viel schlimmer erwischt als wir zunächst angenommen hatten“, sagt Förster Marco Lacks, dessen Leute seit der Sturmnacht Schwerstarbeit leisten.

Ab 5 Uhr früh hatte „Burglind“ im Wald, auf Eschweilers höchster Erhebung, gewütet, hatte ungezählte Fichten, deren flaches Wurzelwerk im vom wochenlangen Regen aufgeweichten Boden kaum noch Halt hatte, umgerissen, hatte aber auch Buchen, Eichen und Kiefern „geköpft“. Auf gut 100 Metern Länge war die Waldstraße Duffenter durch umgestürzte Baumriesen unpassierbar geworden.

Schon gegen 6 Uhr früh machte sich die Feuerwehr daran, die Gefahrenstellen zu beseitigen, gut eine Stunde später packten auch die Männer der Forstverwaltung mit an. Schon gegen 10 Uhr war die Straße wieder frei.

Forstwirtschaftsmeister Volker Mock und seine Kollegen Georg Mohren, Gabriel Hinzen und Thomas Böken machten sich daran, auch die Waldwege von Bruchholz freizumachen, unterstützt von den beiden Azubis Joachim Harzon und Hendrik Lipp. Hinzen war gleich in doppelter Funktion im Dauereinsatz: Er ist auch Mitglied der Feuerwehr.

Unterstützung bekamen die Forstleute auch von einer Baumpflegefirma, die ohnehin im Stadtauftrag arbeitet und deshalb zügig darangehen konnte, abgebrochene Äste, die Passanten hätten gefährden können, aus Baumkronen zu entfernen. Tagelang waren ganze Waldbereiche per Flatterband für Besucher gesperrt; seit Dienstag ist fast alles wieder passierbar. Mit der nötigen Vorsicht: „Nach einem solchen Sturm kann immer noch irgendwo ein abgebrochener Ast in einer Krone hängen“, warnt Lacks.

Das Team der Forstverwaltung wird noch wochenlang mit den Sturmfolgen zu kämpfen haben, erklärt Lacks, der am Dienstag gemeinsam mit Hedwig Assenmacher, Leiterin der Abteilung für Freiraum und Grünordnung, und Dr. Bernd Hartlich, Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamts, den Fortgang der Arbeiten in Augenschein nahm.

Arbeiten, die zwar zügig vonstatten gehen, aber recht aufwendig sind: „Das liegt daran, dass der Sturm nicht nur eine breite Schneise geschlagen hat, sondern die Schäden verteilt in vielen Bereichen des Stadtwald aufgetreten sind. Wir müssen sehen, dass wir das alles abgeräumt haben, ehe das im April/Mai zu einem Dorado für Borkenkäfer wird.“

Dabei helfen auch etliche Brennholzkunden mit, die schon jetzt daran gehen, das Bruchholz aus dem Wald zu holen. Das vom Sturm gefällte Langholz, sprich: ganze Stämme, geht als Nutzholz an ein Sägewerk. „Da dürften gut 500 Festmeter zusammenkommen“, schätzt Lacks — soviel, wie sonst im ganzen Jahr geschlagen wird.

Es sind hauptsächlich 60 bis 70 Jahre alte Fichten, die „Burglind“ gefällt hat. Bäume, die ihre einstige Dominanz im Stadtwald ohnehin längst eingebüßt haben. Vor 30 Jahren noch machten Fichten hier etwa 70 Prozent des Baumbestands aus. Heute sind es weniger als 15 Prozent. 75 Prozent sind Laubbäume, zehn Prozent Nadelhölzer wie Kiefern und Douglasien.

Auch bei der Wiederaufforstung der vom Sturm „rasierten“ Flächen werden Fichten nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. „Hier werden vor allem Eichen und Buchen gepflanzt,“ sagt Marko Lacks, „ab und zu durch das eine oder andere Nadelholz durchmischt.“

Eine einfache Sache wird die Aufforstung der gerade am Duffenter und Killewittchen unübersehbaren Sturmschneise ohnehin nicht: Junge Bäume mögen keine pralle Sonne und sind auch nicht gerne ungeschützt dem Wind ausgesetzt, sondern wachsen lieber im Schutz von Altbeständen auf. Das ist auch der Grund, weshalb vom Sturm verschonte Fichten am Schneisenrand nicht gleich mit gefällt werden, sondern erhalten bleiben.

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