Eschweiler: Das Parkticket kann man ab sofort mit dem Handy lösen

Eschweiler : Das Parkticket kann man ab sofort mit dem Handy lösen

Die Situation kennt jeder Autofahrer: Man steht vor der Parkuhr und hat kein Kleingeld in der Tasche. Seit dieser Woche ist dies auch nicht zwingend erforderlich, denn man kann inzwischen sein Parkticket in Eschweiler mit dem Mobiltelefon bezahlen. Orangefarbene Aufkleber an den 33 Automaten in der Stadt weisen auf diese Möglichkeit hin und listen fünf unterschiedliche Anbieter auf.

Für die Stadtverwaltung entstehen durch diese Form der Bezahlung keine Kosten, denn die zusätzliche Gebühren zwischen zehn und 50 Cent pro Bezahlvorgang zahlt der Nutzer.

Philipp Zimmermann vom Hamburger Verein „Smartparking“ glaubt, dass die Rechnung für den Autofahrer dennoch aufgehen kann: „Bisher muss man mit dem gezogenen Parkticket eine Zeit vorgeben und eventuell noch mal zum Parkautomaten gehen, um nachzubuchen.“ Dies sei mit dem Handy nun nicht mehr erforderlich. Mehr noch: Es werde spitz abgerechnet, also nur die „verparkte“ Zeit gebucht.

Die Stadtverwaltung legte Wert darauf, mehrere Anbieter mit ins Boot zu nehmen, so wie es die Großstädte Hamburg, Berlin und Köln getan haben. Auch in diesen Städten hat sich das Angebot der Vereins durchgesetzt, der inzwischen 60 Städte betreut. Bezahlt werden kann per App, Anruf oder SMS — je nachdem für welchen Anbieter sich der Autofahrer entscheidet.

Im Eschweiler Rathaus sind die Voraussetzungen fürs sogenannte Handyparken geschaffen: Wenn die Mitarbeiter des Ordnungsamtes das Autokennzeichen eintippen, dann kommt sofort der Hinweis, dass ein Ticket mit dem Mobiltelefon gebucht wurde. Michael Effenberg vom Ordnungsamt bestätigt, dass man sich in der Verwaltung lange mit den unterschiedlichen elektronischen Möglichkeiten beschäftigt habe. „Nach wie vor kann jeder natürlich mit Bargeld an den Automaten bezahlen“, betont er.

Für Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram ist diese neue Form der Bezahlung ein „kleiner Schritt in der Digitalisierung“. Man könne heute noch nicht erkennen, wohin die Reise genau gehe. Fest steht für Eschweiler Verwaltungschef jedoch: „Die Zahl der Elektroautos wird drastisch steigen.“ Dass Eschweiler zu spät auf den Digitalisierungs-Zug springt, glaubt man in der Verwaltung nicht.

Das Handyparken gibt ihr recht: Bisher besteht diese Möglichkeit erst in etwas mehr als 150 von 900 Städten in Deutschland, die ihren Parkraum bewirtschaften. Die Erfahrung dort: Bis zu ein Drittel nutzen das Handyparken.

(pan)
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