Eschweiler: Das nötige Rüstzeug für den Aufenhalt in Deutschland

Eschweiler: Das nötige Rüstzeug für den Aufenhalt in Deutschland

Der 18. Integrationskurs der Eschweiler Volkshochschule (VHS) beginnt am Dienstag, 31. August. Zwei weitere Lehrgänge dieser Art starten am 8. November beziehungsweise im Februar des nächsten Jahres.

Gezählt wird seit 2005: Im Jahr zuvor entwickelte der heutige VHS-Leiter Schmidt auf der Grundlage des neuen Zuwanderungsgesetzes und der entsprechenden Integrationskursverordnung den ersten Lehrgang, suchte nebenberufliche Lehrkräfte, Unterrichtsmaterialien und -räume - und hoffte, dass es „demnächst” entsprechende Nachfrage geben möge.

Die VHS Eschweiler betrat dieses Neuland so wie viele andere Bildungsträger auch - zunächst vorsichtig und mit gewisser Skepsis, weil der pädagogische, planerische und nicht zuletzt auch „bürokratische” Aufwand groß war.

Inzwischen sind Integrationskurse eine „Erfolgsgeschichte” sowohl für die Menschen wie auch für die Bildungsträger. Malgorzata Müller, in der Volkshochschule zuständig für Sprachen: „Deutsch als Fremdsprache gab es schon seit Jahrzehnten. Aber die neuen Lehrgänge hatten eine ganz andere Dimension. Man wollte damals allen, die nach Deutschland eingewandert waren, das notwendige sprachliche Rüstzeug für einen Aufenthalt hier, aber auch wichtige Informationen über unser Land und das Alltagsleben systematisch vermitteln. Es ging um Hilfe, das Neue zu bewältigen und sich besser zu integrieren, insbesondere auch mit dem Ziel der beruflichen Tätigkeit - und das Ganze verbunden mit vielen Unterrichtsstunden.”

Nach dem Zuwanderungsgesetz haben frühere Zuwanderer („Altfälle”) auch heute noch Anspruch auf einen solchen Kurs: Sie „dürfen” teilnehmen und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) übernimmt einen Teil der Kosten. Beherrschen „Neuzuwanderer” jedoch die deutsche Sprache gar nicht oder nur unzureichend, ist die Teilnahme an einem Integrationskurs selbstverständlich.

Das gilt auch für diejenigen, die Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe beziehen: Bei sprachlichen Defiziten können sie als Zuwanderer auch dann zur Teilnahme verpflichtet werden, wenn sie bereits lange in Deutschland leben.

In diesen Fällen übernimmt das BAMF die Kosten (fast) ganz: Dann zahlen die Teilnehmenden nur die VHS-Anmeldegebühr und die Unterrichtsbücher selbst.

Wichtig zu wissen: In jedem Integrationskurs werden jeweils drei standardisierte Sprachprüfungen abgelegt. Aber auch in den „normalen” Deutschkursen, die es in Eschweiler noch in großem Umfang gibt, und sogar als spezielle Termine werden solche Tests angeboten.

„In diesem Frühjahr haben in Eschweiler immerhin 246 Personen im Fachbereich Deutsch an solchen Tests und Abschlussprüfungen teilgenommen - überwiegend mit großem Erfolg”, sagt Malgorzata Müller:

Es sei aber auch ihr dringender Wunsch, die Durchfallquote möglichst niedrig zu halten - zum Beispiel durch eine gezielte Vorbereitung mit qualifizierten und vom BAMF zertifizierten Lehrkräften. Außerdem gilt bei ihr: „Keine Anmeldung ohne vorherige und umfassende Beratung.” Deshalb kommen Menschen sogar aus dem weiten Umland zu ihren Beratungsstunden - weil gerade unter Zuwanderern die persönliche Empfehlung besonders gilt.

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