Kölsche Cover: Das Musiker-Trio Köster, Hocker, Krumminga tritt im Talbahnhof auf

Kölsche Cover : Das Musiker-Trio Köster, Hocker, Krumminga tritt im Talbahnhof auf

Dass das Covern von Liedern so viel mehr sein kann, als das Übersetzen in eine andere Sprache oder das Benutzen ein neues Instruments, beweist Gerd Köster schon seit Jahren.

Das Kölner Original hat mit seinem „Partner-in-Crime“ Franz Hocker auf dem neuen Album „Fremde Feddere“ – produziert vom Eschweiler Dieter Krauthausen – mal wieder zahlreiche bekannte Hits in die kölsche Sprache übertragen und ihnen das passende Lebensgefühl der Domstadt eingehaucht. Mal ganz nahe am Originaltext, mal mit komplett neuen Geschichten aus dem Leben Kölns.

Wer die Beiden mit dem genialen Gitarristen Helmut Krumminga (Ex-BAP) im Talbahnhof erlebte, wurde mitgenommen auf eine Reise von rauschenden Partynächten bis hin zu den Abgründen der Menschen. Mit Melancholie und Hoffnung, stets eingerahmt von den Einleitungen Kösters, der mit seiner tiefen, eindringlichen Stimme die richtigen Worte fand. Neben den neuen Werken waren auch viele alte Hits in der Setlist der Musiker vertreten.

Köster, der nach eigener Aussage „in Köln-Nippes asozialisiert wurde“, zeigte einmal mehr sein Auge für die erwähnenswerten Geschichten des Alltags, ehe er in Songs wie „Zwei brunge Oure“ die unnachahmlichen „Pogues“ (A Pair of Brown Eyes) auf die Bühne brachte und das irische Lebensgefühl nach Köln verlagerte. An der musikalischen Qualität des Trios besteht ohnehin seit Jahren kein Zweifel, Hocker und Krumminga konnten an der Gitarre ihr Können in anspruchsvollen Soli beweisen und Köster zeigte, wie man auch mit über 60 Jahren noch ein Publikum mitreißen kann im „Zuch noh Lummerland“ (“Train to Birmingham von John Hiatt) oder „He am Rhing“.

Natürlich durften einige Kommentare unter Schmunzeln zum Publikum nicht fehlen, etwa, dass der 62-Jährige Eschweiler baldmöglichst einen eigenen Tatort-Kommisar wünsche oder die generelle Erzählung zu den Motivationsgründen eines Rockmusikers philosophierte. Songs von Tom Waits, Bob Dylan oder dem frivolen Frank Zappa, dessen kölsche Version „Nobbi Braun“ für herzliches Gelächter sorgte, wenn der namensgebende Kölner Student kuriose sexuelle Vorlieben entdeckt wie einst „Bobby Brown“.

Was die Versionen stets vereinte war, dass sie die Sprache der Straße sprechen. Nie abgehoben, sondern nah an der Realität – kompromisslos ehrlich eben, wie Köster deutlich betonte. Zwischen Mut und Melancholie erinnerten sie an einen Mann, der über „25 Johr“ einer aufgelösten Band hinterher trauert und die enttäuschende Nacht einiger Studenten im Köster-Hocker-Klassiker „Rude Jolf“ (im Original von Tom Waits).

Doch am Ende der Zugabe hieß es dann doch „Loß dä Düvel Düvel sin, hol deef Luff un spring eren. Wat en jeile Welt!“, denn zwischen all den dunklen Seiten gäbe es doch genug Grund auch Lebensfroh zu sein. Egal ob im Kölner Alltag oder eben beim Konzert im Talbahnhof. Das begeisterte Publikum in Eschweilers voller Kulturstätte dankte es mit lautem Applaus.

(cheb)
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