Eschweiler-Weisweiler: Damensitzung der KG Lätitia Blaue Funken: Konkurrenz für die „Hölle von Vettweiß“

Eschweiler-Weisweiler : Damensitzung der KG Lätitia Blaue Funken: Konkurrenz für die „Hölle von Vettweiß“

Das war kaum noch zu toppen: Rund 850 Frauen brachten bei der Damensitzung der KG Lätitia Blaue Funken Weisweiler die Festhalle des Ortes zum Kochen. Eine knatschjecke Präsidentin Bruni Pchalek, das von Dietmar Krauthausen zusammengestellte bunte Programm und die närrischen Weiber in bester Partystimmung sorgten am Donnerstagabend für einen Publikumserfolg nach Maß.

Davon träumen sicher viele Frauen: Während sie im Saal feiern, machen die Männer am Einlass die Arbeit. Zu tun gab es bei dieser Sitzung wirklich etwas: Lange bevor die ersten Ladys in die Halle durften, waren die Außentreppen am Zugang dicht umlagert — denn Karten für die Weisweiler Damensitzung sind bis weit ins Umland heiß begehrt, und die berüchtigte „Hölle von Vettweiß“ bei Düren bekommt im Eschweiler Stadtteil harte Konkurrenz.

Lieferte sich lustige Zwiegespräche mit seiner Handpuppen-Kuh Dolly: Bauchredner Peter Kerscher war aus Waldbröl nach Weisweiler angereist. Foto: Christoph Hahn

Mehr als vier Stunden Programm, randvoll mit Stimmung, Gags und guter Laune — schon lange vor dem ersten „Alaaf!“ hatten die Macher eine stramme Leistung vollbracht. Gleichwohl gab es in diesem Jahr auch einen berührenden Moment: Bruni Pchalek und Lätitia-Präsident Ralf Hesselmann verabschiedeten die langjährige Zeremonienmeisterin Ruth Felber in den Unruhestand. Selbstredend mit dabei: Felbers Nachfolgerin Monika Fähnrich.

„Ich bin stolz und froh, dass Ihr mir so die Treue haltet.“ Mit diesem Satz hatte die Chefin des Damen-Elferrates zuvor bewegt die 850 Frauen in der Halle begrüßt. Und prompt hatten die Gastgeber bewiesen, dass sie im Karneval eine Macht sind: Mit Mariechen, Tanzpaar und Gardisten hatten sie zuvor mit dem neuen Kommandanten Ralf Kaever an der Spitze die Bühne gestürmt und eine rasante Show auf die Bretter gelegt. Höhepunkte gab es dabei eine ganze Reihe — zum Beispiel das Männer-Ballett der Garde-Soldaten, der Auftritt von Mariechen Alina Brosius und der choreographische Wirbelwind des Duos Achim Kolvenbach/Lisa Marie Zilkens. Bewiesen haben die Gastgeber damit vor allem eines: Gerade bei Heimspielen wie diesem sind sie eine Macht, also gerade dann, wenn sie sich auf ihre eigenen Stärken verlassen.

Fetzige Rhythmen mit Brings

Auch über diesen, schlicht „Funkenblock“ genannten Programmteil hinaus bekamen es die Zuschauerinnen reichlich. Sogar aus Hamburg waren die „Big Maggas“-Musiker, die sich schlicht als „Boygroup“ bezeichnen, wenn auch mit einem deutlichen Comedy-Akzent. Der Cocktail aus deutschen und internationalen Hits, den die teilweise kostümierten Jungs von der Waterkant den Ladys in Weisweiler kredenzten, mundete denen sichtlich gut: Schon bald nach dem ersten Akkord standen die nämlich schon auf den Stühlen und konnten sich vor guter Laune kaum noch einkriegen.

Eine weitere Boygroup, und zwar eine kölsche, nahmen die Herzen der Fans: Brings gaben sich in der Festhalle die Ehre und heizten den jecken Weibern mit einem Mix aus fetzigen Rhythmen und rheinischer Lebenslust ein.

Ein weiterer Top Act war immerhin aus Waldbröl im Oberbergischen angereist. Die lustigen Zwiegespräche von Bauchredner Peter Kerscher und Handpuppen-Kuh Dolly rührten die Zuhörerinnen ein ums andere Mal zu Tränen — vor Lachen, versteht sich. Überhaupt ging beim Applaus nicht ein Solist und auch keine Band oder andere Formation leer aus. Und das gilt für die Lokalmatadore vom Tanzcorps „Höppe Kroetsch“ ebenso wie für die „Blue Dance Girls“, Büttenrednerin Lieselotte Lotterlappen, „De Boore“ und den Trompeten-Virtuosen von „Die Weisweiler“.

Nicht einmal wurde das Publikum an diesem Abend enttäuscht. Und darum ließen die vielen Närrinnen in der Weisweiler Festhalle auch nicht einen Künstler ohne Beifall ziehen.

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