Christian Braune tritt als Vorsitzender der Eschweiler FDP zurück

Rücktritt bei der FDP : Christian Braune legt alle seine Ämter und Mandate nieder

In den politischen Gremien dieser Stadt wird sich Christian Braune ab sofort nicht mehr zu Wort melden. Der FDP-Stadtverbandsvorsitzende hat seine Aufgaben und Ämter niedergelegt. Derweil haben sich die Linken geeinigt, wie sie im Bürgermeister-Wahlkampf vertreten sein werden.

Christian Braune hat schon vor Wochen und Monaten intern wie extern betont, dass sich die FDP in Eschweiler im kommenden Jahr neu aufstellen wird. Ein großer Einschnitt ist jetzt sein Rücktritt von allen Ämtern. Zum 1. November hat Braune seine Aufgabe als Stadtverbandsvorsitzender und seine Mandate in den politischen Gremien niedergelegt. „Für einige kam der Schritt überraschend, aber ich hatte sehr wohl angekündigt, dass ich zum 1. November oder 1. Dezember zurücktrete, sobald das Wahlkampf-Programm in den Grundzügen fertig ist“, betonte Braune auf Anfrage dieser Zeitung, weil sich auch das Gerücht über ein Zerwürfnis verbreitet hatte.

Die interne Sitzung, in der Braune seine Entscheidung bekanntgab, war auch „turbulent“, das bestreitet der 59-Jährige nicht. Man habe ihn gebeten, doch bis zur Wahl im September 2020 weiterzumachen. „Aber das tut der Partei nicht gut, weil ich so selten in Eschweiler bin“, sagte Braune. Vor anderthalb Jahren hat er sich mit einem Messebau-Unternehmen in Eschweiler selbstständig gemacht, ist aber die meiste Zeit in der Republik unterwegs. Da bleibt keine Zeit mehr für intensive Aufgaben in der Lokalpolitik. „Ich bedauere das sehr, es hat mir sehr viel Spaß gemacht“, sagt Christian Braune. „Gerade in der Planungspolitik, die sehr wichtig für die Stadt ist, habe ich viel getan.“

Allgemein vertritt Braune den Standpunkt, dass Politiker mit 60 Jahren ihren Platz räumen und für die jüngere Generation frei machen sollten. „Gerade in Zeiten des Strukturwandels sollen die Leute Politik gestalten, die die Suppe auch später auslöffeln müssen“, betont der nun Ex-Stadtverbandsvorsitzende. Auch deswegen begrüßt Braune es sehr, dass die erst vor wenigen Monaten gegründeten Jungen Liberalen eine aktive Rolle in der Partei einnehmen werden.

Hat Braunes Rückzug Auswirkungen auf den Bürgermeisterwahlkampf? Der 59-Jährige selbst glaubt: ja. „Bei jedem Thema bringen die unterschiedlichen Persönlichkeiten einen anderen Zungenschlag rein.“ So würden sich auch seine Ex-Mitstreiter Stefan Schulze und Ulrich Göbbels in ihrer Denkweise und Herangehensweise unterscheiden.

Wechsel an der Parteispitze: Christian Braune (l.) tritt zurück, Stefan Schulze ist sein kommissarischer Nachfolger als Stadtverbandsvorsitzender. Foto: Christian Ebener

Schulze ist nun Braunes kommissarischer Nachfolger. In der Öffentlichkeit ist er nicht so präsent wie der Ex-Vorsitzende es war oder wie der Fraktionsvorsitzende Ulrich Göbbels es ist. Schulze ist Mitglied im Sozial- und Seniorenausschuss. Der erfahrene Ulrich Göbbels wird ihn bei dessen neuer Aufgabe unterstützen. Stefan Schulze bedauert den Rückzug seines Vorgängers, wie er sagt, weil er „federführend“ in Sachen Wahlkampfprogramm war und nun „eine gute Kraft fehlt“.

Unterdessen hat sich auch bei einer anderen Partei des Stadtrates etwas getan: Die Linke hat sich auf ihrer Mitgliederversammlung einstimmig darauf geeinigt, einen eigenen Kandidaten im kommenden Jahr ins Rennen um das Bürgermeisteramt zu schicken. „Es wurden die zurückliegenden Wahlen reflektiert, inwieweit linke Inhalte am besten vermittelt werden können“, begründet Linken-Sprecher Albert Borchardt in einer Mitteilung den aktuellen Schritt angelehnt an die Diskussionen rund um Strukturwandel und Mobilitätswende.

„Die Linke steht für einen ökologischen, sozialverträglichen Umbau, bei dem alle Menschen mitgenommen werden.“ Wer für die Linken kandidieren wird, wird nach Angaben von Albert Borchardt offiziell am 2. Dezember entschieden.