CDU und FDP nominieren Patrick Nowicki als Bürgermeister in Eschweiler

Eschweiler Bürgermeisterwahl 2020 : CDU und FDP nominieren Patrick Nowicki für das Bürgermeisteramt

Die Stadtverbandsvorstände der CDU und FDP gehen einen ungewöhnlichen Weg. Sie nominieren mit Patrick Nowicki einen parteilosen Kandidaten für das Rennen um das Bürgermeisteramt. Das erklärten sie am frühen Freitagmorgen in einer Mitteilung.

Nachdem das Gerücht immer wieder die Runde machte, wird es nun Gewissheit: Der parteilose Kandidat Patrick Nowicki wird bei der kommenden Bürgermeisterwahl antreten. Er hat dabei aber, anders als der zweite parteilose Kandidat Christoph Häfner, zwei Parteien im Rücken. CDU und FDP haben Nowicki als gemeinsamen Kandidaten aufgestellt. Nach Häfner und Nadine Leonhardt von der SPD ist Nowicki der dritte Kandidat für die Wahl im September 2020.

„Wir wollen für die Stadt Eschweiler einen anderen Politikstil haben. Gerade in Zeiten, wo wir uns intensiv mit dem Strukturwandel auseinandersetzen, brauchen wir einfach die besten Ideen – egal von welcher Seite“, betont Thomas Schlenter, Stadtverbandsvorsitzender der Eschweiler CDU. Den Spekulationen um seine eigene Person macht Schlenter ebenfalls ein Ende: „Ich stelle mich gerne in den Dienst der Gesellschaft, aber die Stelle, an der ich täglich bin, ist genau die richtige.“ Nowicki und er hätten eine sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Die Entscheidung für den parteilosen Kandidaten sei auf der Sitzung am Donnerstag sachlich und sehr lange ausdiskutiert worden. „Wir haben am Ende eine sehr große programmatische Schnittmenge gesehen und ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt“, sagt Schlenter. Jetzt konzentriere man sich auf den gemeinsamen Wahlkampf.

„Herausforderungen in Eschweilers Zukunft fordern neue und frische Wege“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung. Mit Patrick Nowicki beschreite man nun einen solchen Weg. Der 49-Jährige wurde in Eschweiler geboren und wohnt mit seiner Familie in Dürwiß. „Meiner Entscheidung ging ein langer Prozess mit vielen Gesprächen voraus“, sagt Nowicki, „ich bin mir der großen Verantwortung, die mit dem Amt eines Bürgermeisters in meiner Heimatstadt verbunden ist, sehr bewusst.“

Der dritte Kandidat für das Eschweiler Bürgermeisteramt steht fest: Patrick Nowicki. Der parteilose Kandidat wird von der CDU und FDP unterstützt. Foto: Kay-Uwe Fischer

Über 25 Jahre lang arbeitete Nowicki in der Eschweiler Lokalredaktion als Redakteur und berichtete unter anderem regelmäßig über Rats- und Ausschusssitzungen. Inzwischen ist er im Kreis Düren für unsere Redaktion tätig.

„Patrick Nowicki bringt aus Sicht der CDU als ‚Eischwiele Jong‘, der seit vielen Jahren mit den Themen, die Eschweiler bewegen, den handelnden Akteuren aus Politik und Verwaltung und – am wichtigsten – mit den Anliegen der Menschen vor Ort vertraut ist, hervorragende Voraussetzungen für das Amt des Bürgermeisters unserer Heimatstadt mit“, betont Thomas Schlenter, Stadtverbandsvorsitzender der CDU Eschweiler. „Gemeinsam mit der FDP möchten wir den Eschweiler Bürgern einen überparteilichen Kandidaten vorschlagen, der eine Idee für unsere Stadt nach Ihrem Wert beurteilt, nicht nach Ihrer Herkunft.“

Auch die FDP freut sich, Patrick Nowicki bei der Bürgermeisterwahl zu unterstützen. Die Entscheidung sei im Vorstand der Eschweiler FDP gefallen und habe dort einstimmig stattgefunden, wie Stefan Schulze, kommissarischer Stadtverbandsvorsitzender der FDP Eschweiler, berichtet. „Patrick Nowickis Ansichten deckten sich weitestgehend mit unseren Ideologien. Ausschlaggebend war für uns aber, dass wir Veränderungen in den politischen Entscheidungen und dem Stil anstreben.“ Zurzeit gebe es einen zu großen Gleichklang in Rat, Verwaltungsspitze und Bürgermeisterposten. Das sei eine zu hohe Homogenität.

Deshalb habe man am Mittwoch die Entscheidung getroffen. „Es wäre auch möglich gewesen, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, aber Patrick Nowicki passt zu unseren Vorstellungen und Strukturen“, bekräftigte Schulze.

„Bei der Auswahl eines Bürgermeisterkandidaten spielen nicht selten die persönlichen und parteipolitischen Interessen einer kleinen Gruppe von Menschen eine zu große Rolle“, sagt Stefan Schulze, kommissarischer Stadtverbandsvorsitzender der FDP Eschweiler. „Nicht selten spiegelt die gefällte Entscheidung dann einen strategischen Kompromiss wider, bei dem nur zu gerne vergessen wird, dass ein Bürgermeister nicht die politischen Ansichten einiger weniger Personen oder politischer Gruppierungen in seinem Amt vertreten sollte, sondern das verbindende Element aller Menschen einer Stadt sein muss.“

Er traue Nowicki zu, ein Bürgermeister für alle Eschweiler zu werden, der die Fähigkeit besitzt, den Menschen vor Ort zuzuhören, durchdachte Entscheidungen zu treffen und diese dann auch mit der notwendigen Zielstrebigkeit anzupacken.

Dass ihn zwei Parteien als parteilosen Kandidaten unterstützen, wertet Patrick Nowicki als „großen Vertrauensvorschuss“. Gemeinsam wolle man Antworten auf die Fragen der Zukunft finden, die viele Menschen in Eschweiler bewegen. „Es gilt, Eschweiler ein modernes Gesicht zu geben, als Standort zukunftsweisender Energiegewinnung, als Ort für junge Unternehmen und als Wirtschaftsstandort, der ansässigen Firmen Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Eschweiler muss aber auch eine liebenswerte Heimat bleiben, in der man bezahlbaren Wohnraum ebenso findet wie moderne Wohnsiedlungen, in der Vereine und Ehrenamt weiterhin aktiv unterstützt werden“, sagt Patrick Nowicki. Um ein Mehr für Eschweiler zu erreichen, müsse man über den parteipolitischen Tellerrand hinausschauen und die Menschen deutlich stärker einbinden.

Ein ausführliches Interview mit Patrick Nowicki folgt im Laufe des Tages.

(can/red)