Bürger aus Bergrath, Nothberg und Hastenrath was sie möchten

Lösung für Lkw-Problem? : 116 Zettel landen in den Ideenboxen

116 kleine Zettel haben sich Heinz Thoma und Rainer Greven in den vergangenen Tagen und Wochen durchgelesen. Auf allen standen Anregungen von Bürgern, was sich in den Stadtteilen Bergrath, Nothberg und Hastenrath ändern sollte.

Die Zettel steckten in drei sogenannten Ideenboxen, von denen die SPD-Ortsverbände jeweils eine in den Stadtteilen aufgestellt hatten. Thoma ist Ansprechpartner für Bergrath, Greven für Nothberg. Und beide zeigen sich positiv überrascht von „diesem guten Zuspruch der Bürger“. 67 Zettel kamen aus Nothberg, 31 aus Bergrath, 18 aus Hastenrath.

Alle aufzulisten, ist in diesem Artikel nicht möglich, aber Kernprobleme lassen sich schnell identifizieren. In Nothberg und Bergrath gibt es nach Ansichten vieler Bürger Verkehrsprobleme. In Nothberg würden diese von Lkw verursacht – ein altbekanntes Problem, was bereits vor mehr als zwei Jahren von der Stadt mit neuen Schildern eingedämmt worden ist. Aber nicht behoben scheint, wie sich herausstellt.

Denn die Ursache ist die gleiche: Lkw würden von der A4 nicht über die Dürener Straße bis zum Hochregellager an der Südstraße geleitet, sondern über die Cäcilienstraße – den Ortskern. „Das ist ein heikles Thema, weil dort auch eine Kita liegt“, sagt Rainer Greven, der vermutet, dass manche Fahrer die Dürener Straße wegen der Umweltzone meiden würden, die beginnt jedoch erst hinter der Südstraße.

Auch an der Cäcilienstraße in Nothberg gibt es Verbesserungsbedarf. Foto: ZVA/Carsten Rose

Auf Anfrage teilt die Verwaltung mit, dass die Stadt im Austausch mit der Firma Dalli stehe und eine Lösung in Sicht sei. „Nach eigener Auskunft steht das Unternehmen im Gespräch mit einem Landwirt, der Felder an der Kölner Straße besitzt. Hier soll demnächst eine Art Wegweiser für Lkw-Fahrer der Firma Dalli aufgestellt werden, der den korrekten Weg anzeigt“, heißt es. Außerdem habe die Stadt schon vergeblich versucht, bei der für „Auflagen und Karten für die Navigationsgeräte“ zuständigen Stelle zu erreichen, dass die Navigationsgeräte so aktualisiert würden, dass die Lkw-Fahrer nicht mehr über Nothberg geleitet würden.

In Bergrath hoffen Bürger auf mehr Verkehrskontrollen besonders an der Kopfstraße und den Straßen, die von der Hauptstraße des Stadtteils abführen. Autofahrer würden die Tempolimits (30 beziehungsweise Schritttempo in Spielstraßen) regelmäßig weit überschritten, hinzu kämen ebenso häufig Parkverstöße gerade zu Kita- und Schulzeiten – auf einem Zettel steht die Forderung nach Strafen, „die wehtun“.

Die SPD-Ortsvereine können nicht alle Wünsche umsetzen, vor allem nicht sofort. Rainer Greven und Heinz Thoma betonen aber, alle Vorschläge ernst zu nehmen. „Alle Aspekte, die „die Sicherheit der Bürger betreffen, werden wir umgehend angehen. Wir können aber nicht für alles etwas versprechen, wollen aber zeigen, dass wir fleißig sind“, betont Heinz Thoma. Heißt: den Kontakt zur Stadt für kurzfristige Lösungen suchen oder den Weg über Anträge gehen für größere und vor allem teure Anliegen. Die Anregungen, einen zweiten Schülerlotsen in Bergrath einzusetzen, ist eine der Idee, die die Kommunalpolitiker schnell angehen möchten.

Werten Bürgerideen aus: Rainer Greven (l.) und Heinz Thoma. Foto: ZVA/Carsten Rose

Andere Themen brauchen Zeit, intensive Analysen und weitere Gespräche mit Bürgern. Zum Beispiel bei den Vorschlägen, einen Solarpark an der Feldenendstraße zu bauen, ein Martinsfeuer in Hastenrath zu etablieren oder jeweils einen Jugend- (in Bergrath) und Seniorentreff (in allen drei Stadtteilen) einzurichten. Gerade das Angebot für ältere Bürger und das generelle Thema Barrierefreiheit halten die SPD-Politiker für sinnvoll, um „eine Vereinsamung“ zu verhindern. Gerade in Nothberg, denn dort gibt es weder Supermarkt noch Kneipe, wo sich sonst Bürger begegnen.

Die Ideenboxen lassen die SPD-Ortsverbände stehen, die Anregungen motiviere Rainer Greven und Heinz Thoma . „Wir freuen uns über das Engagement und wir sehen deutlich, wo wir nachjustieren müssen“, betont Thoma.