Eschweiler: Brennholz aus Eschweiler Stadtwald immer gefragter

Eschweiler: Brennholz aus Eschweiler Stadtwald immer gefragter

Die Temperaturen sinken so langsam in Richtung Gefrierpunkt. Höchste Zeit also, den Kamin anzuwerfen, und dafür braucht man vor allem eines: Holz. Zum Beispiel aus dem Eschweiler Stadtwald. Immer mehr Menschen stellen sich bei Försterin Susanne Gohde vor und möchten die Erlaubnis, Holz aus dem Wald zu holen. Denn das darf längst nicht jeder.

Der Eschweiler Stadtwald ist 415 Hektar groß, ein Drittel davon ist Naturschutzgebiet. Rund 60 Brennholzkunden werden derzeit versorgt. Zum Vergleich: Der Würselener Stadtwald, für den Susanne Gohde ebenfalls zuständig ist, umfasst 400 Hektar (ein Viertel davon ist Naturschutzgebiet). In Würselen werden 200 Kunden bedient.

Allerdings ist Wald nicht gleich Wald. Die Zusammensetzung in der Indestadt ist anders als in Würselen. So besteht der Eschweiler Stadtwald zum größten Teil (20 Prozent) aus Buchen. Die sind zwar sehr beliebt, allerdings sind die Eschweiler Buchen überwiegend noch viel zu jung, um geerntet zu werden. 100 bis 120 Jahren müsse eine Buche alt werden, eine Eiche gar 160 Jahre, bis sie der Motorsäge zum Opfer fällt.

Die Zahl der Brennholzkunden steigt, 15 sind allein im vorigen Jahr hinzugekommen. Fünf bis sechs Raummeter erhält jeder Kunde und damit alle gleich behandelt werden, verfährt Susanne Gohde nach einem Rotationsverfahren. Wer also sein Holz bekommen hat, muss sich auf der Liste wieder hinten anstellen. Fünf bis sechs Raummeter sei eine für ein Haus übliche Menge, darüber nicht mehr. „Wir wollen viele Menschen in den Wald bringen“, betont die Försterin.

Auf Grund der steigenden Zahl der Interessenten, werden nur noch Neukunden aus Eschweiler aufgenommen. Es gibt noch Altkunden etwa aus Stolberg, die auch weiterhin Holz aus dem Eschweiler Stadtwald bekommen. Eine Motorsäge und den dazugehörigen Führerschein brauchen alle Brennholzkunden.

Selbst Bäume fällen, ist für die Kunden jedoch absolutes Tabu. Das sei viel zu gefährlich, sagt die Försterin. In Eschweiler gibt es drei Forstwirte und einen Auszubildenden. Die zu fällenden Bäume werden — in den meisten Fällen von der Försterin — markiert, dann machen sich die Forstwirte an die Arbeit.

Die Bäume bekommen dann Nummern oder manchmal auch Namen, und die Kunden können — nachdem sie von der Försterin informiert wurden — mit der Motorsäge anrücken und ihr Holz abtransportieren. „Vieles ist da natürlich auch Vertrauenssache“, weiß die Försterin.

Es ist auch schon vorgekommen, dass ein Kunde nahe der Wilhelminenstraße einen Baum komplett zersägt hatte, diesen am nächsten Morgen abholen wollte, jemand anders ihm aber zuvorgekommen war. Da sie selbst im Eschweiler Stadtwald wohnt und dort viel unterwegs ist, glaubt Susanne Gohde, dass sie ein gutes Auge auf den Brennholzklau hat. GPS-Geräte im Holz verstecken, um das Holz gegen Diebstahl zu sichern, wie es in großen Wäldern gemacht wird, will die Försterin in dieser Gegend nicht.

Im Vordergrund steht vor allem die Nachhaltigkeit. „Ich will den Wald nicht vergewaltigen, nur um Brennholz aufzuforsten“, sagt die Försterin. Im Naturschutzgebiet darf ohnehin nur zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar gefällt werden. In dieser Zeit müssen auch die Brennholzkunden fertig sein.

In den restlichen zwei Dritteln des Waldes muss das Fällen, Zerkleinern und Abtransportieren des Holzes bis zum 31. März erledigt sein. Wenn möglich, wartet die Försterin mit dem Fällen bis etwa Dezember, wenn das Laub komplett abgefallen ist.

Susanne Gohde fordert die Brennholzkunden auf, flexibel zu sein. Man müsse nicht immer mit Buchen heizen, es könne auch mal eine Pappel oder Fichte sein. Es werde immer wieder davor gewarnt, etwa Nadelhölzer zu verfeuern, da der Kamin dann verrußen könne. Stimmt nicht, sagt Susanne Gohde. Wichtig sei dabei: Das Holz müsse trocken sein, dann könne es genutzt werden.

Die steigende Nachfrage erklärt sich die Försterin vor allem mit den steigenden Energiekosten und weniger mit ökologischen Gedanken.