Eschweiler: „Blues meets Rock“: Zurücklehnen und das Spinner-Trio genießen

Eschweiler : „Blues meets Rock“: Zurücklehnen und das Spinner-Trio genießen

Eine absolut entspannte Vorstellung lieferte das Tony-Spinner-Trio am vergangenen Dienstagabend im Rahmen der Clubkonzertreihe „Blues meets Rock“ im „Rio“ in der Schnellengasse ab. Der sympathische Mann aus Missouri erfreut sich schon seit Jahrzehnten des Vertrauens bekannter Pop-Bands wie etwa Toto und Rock-Weltstars wie Robert Plant, die seine unglaubliche Flexibilität an Gitarre und Mikrofon schätzen.

Wenn Spinner mit seinem eigenen kleinen Trio unterwegs ist, dann gibt es in aller Regel eine elegante Mischung aus Funk, Blues, Rock und Soul. Wenn Musiker vom „Laid back“-Gefühl sprechen, dann versteht man darunter eine zurückgelehnte Spielweise ohne großartige Solo-Attituden. Das zeigte Tony Spinner, nun bereits zum dritten Mal an der Inde zu Gast, par excellence.

Elvis Presley, Little Richard, Chuck Berry & Co. zählen wohl zu den ersten musikalischen Einflüssen Spinners, zu denen sich später auch noch Jimi Hendrix und Rory Gallagher gesellten. Mit dem Coversong „CC Rider“ von Leadbelly beherrscht der wandlungsfähige Tony Spinner aber auch betagtere Genre-Hits, die er in seiner in Eschweiler startenden kleinen Europa-Tour zum Besten gab. Richtig viel Zwischenapplaus spendierte ihm das Rio-Publikum im ersten Teil seiner Show für den nicht oft präsentierten Hendrix-Song „Lover Man“.

Entspanntes Solospiel

Auch hier zeigte Tony Spinner, wie unverkrampft man das oft benutzte und leider auch missbrauchte Material des Gitarren-Übervaters Hendrix interpretieren kann. Inzwischen hat Tony Spinner mit „Earth Music for Aliens“ seine neunte Album-Produktion auf den Markt gebracht. Aus diesem von der Musikkritik äußerst geschätzten Werk brachte er am Dienstagabend einige Auszüge zu Gehör. Das Solospiel von Tony Spinner ist vielleicht deshalb so entspannt, weil es ihm gelingt, nicht wie eine Aneinanderreihung von Fingerübungen zu klingen, sondern jedem Song mit passenden Licks und seiner angenehmen Stimme ein einzigartiges Flair verleiht.

Wenn er dann noch zum Bottleneck greift und langsamere Bluesnummern anklingen lässt, steht einem musikalischen Wellness-Abend nichts mehr im Wege. Trotz jeder Menge eigener Kompositionen übertrug Tony Spinner seine Lässigkeit auch auf andere Coversongs, unter anderem Sam Cooks „Little Red Rooster“, Stücke von Cream und Rory Gallagher. Letzteren verehrt Spinner sehr, auch wenn der eher hyperaktive Gallagher zu Lebzeiten mit seinem Hochgeschwindigkeits-Spiel aus einer komplett anderen Gitarren-Ecke kam.

Das „Rio“-Publikum jedenfalls dankte Tony Spinner und seinen Mitmusikern für eine gut zweistündige Show mit Begeisterung und viel Applaus. Obwohl seine internationaler Tourneekalenders proppenvoll und immer wieder zahlreiche Produktionen für weitaus größere und kommerziellere Bands anstehen, schätzt der Musiker diese kleinen Clubkonzerte nach eigenem Bekunden immer noch und zeigt dabei sein Können und seine Spielfreude hautnah zum Anfassen

(psi)