Eschweiler: „Blues meets Rock“: Irisches Trio mit jeder Menge Dynamik

Eschweiler : „Blues meets Rock“: Irisches Trio mit jeder Menge Dynamik

Vielleicht lag es am darauffolgenden Feiertag, dass beim Konzert von Pat McManus am vergangenen Montag endlich einmal ein paar Livemusik-Fans mehr als üblich den Weg ins Rio in der Schnellengasse fanden. Und um es gleich vorwegzunehmen: Der stets lächelnde irische Rocker hatte das auch vollkommen verdient.

Bei einer erneuten Auflage von „Blues meets Rock“ unterhielten Pat McManus (Gesang, Gitarre, Fiddle), Paul Faloon (Schlagzeug) und Marty McDermott (Bass und Gesang) auf beste Art und Weise. Mit dem Eröffnungsstück, einer langsamen Ballade im Jeff-Beck-Stil, zeigte McManus seine soliden Fähigkeiten an der Gitarre. Vielleicht liegt es an der Tatsache, dass Pat McManus auch hervorragend Violine spielt. Wer ein derart sensibel zu steuerndes Instrument kontrollieren kann, der macht auch mit sechs elektromagnetisch verstärkten Saiten in jeder Lage eine gute Figur.

Lockere Art

Was die Fans von Anfang an erfreut haben dürfte, war die lockere Art und Weise, mit der der Ire auf der Bühne agierte. McManus beherrschte nämlich vor allem auch die drei Grundgesetze der Bühnenunterhaltung perfekt, nämlich Lächeln, Lächeln und Lächeln. Selbiges verlieren viele Musiker spätestens dann, wenn sie sich etwa an das Hochgeschwindigkeitsmaterial eines Rory Gallagher heranwagen. Aber selbst einen Song wie „What´s going on“ interpretiert der irische Landsmann McManus souverän und mit einem satten Grinsen in Richtung Publikum.

A propos Irland: dem Nordiren Gary Moore gelang im Jahre 1990 mit seinem unvergessenen Schmachtfetzen „Still got the blues for you“ der Eingang in die Geschichtsbücher des Blues. Angeblich soll Moore die eingängige Melodielinie von einem deutschen Kraut-Rocker namens Jürgen Winter und seiner Band „Juds Gallery“ geklaut haben.

Das alles ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Pat McManus-Version des Songs gleich welchen Ursprungs am Montag abend frisch und unverbraucht klang, mit viel Emotion gefüllt und einwandfrei adaptiert. Streng genommen braucht Pat McManus aber gar keine Stücke großer Vorbilder im Programm. Der Ire komponierte selbst genügend ansprechendes Material, wie zum Beispiel „Juggernaut“.

Diesen Song kündigte er an mit den Worten: „And now a mad celtic song“ („Und jetzt ein verrücktes keltisches Stück“). Verrückt war die Nummer in der Tat, geprägt durch eine Art folkloristische Tapping-Technik, die den Rhythmus des irischen Musik-Grundgefühls einzigartig wiedergibt. Das ging direkt von den Ohren hinein ins Tanzbein.

Als der Ire dann seine Gitarre gegen die Violine austauschte, war der Damm endgültig gebrochen. In einem der seltenen Momente in der bisherigen Tradition der Clubkonzert-Serie konnte man tatsächlich begeistert Tanzende im Publikum ausmachen. Ein weiterer Pluspunkt und Beweis für die direkte Wirkung des irischen Trios.

Schon nach einer guten halben Stunde hatte Pat McManus wie bislang kein Zweiter bei „Blues meets Rock“ das Publikum komplett in der Hand. Das klatschte und sang mit und freute sich lautstark über jede Gesangszeile, an der man teilhaben durfte. Das klappte auch bei den stilistischen Wechseln zwischen Folk und schwerem US-Südstaaten-Rock, wenn sich das Pat McManus-Trio plötzlich kurzfristig anhörte wie ZZ Top.

Seine Vorliebe für Blues aus der Feder schwarzer Musiker präsentierte Pat McManus nach der Pause etwa mit Stücken wie „King Bee“ von Muddy Waters. Das Fazit: über zwei Stunden beste Live-Unterhaltung dreier Profis mit stimmungsvollem, abwechslungsreichem Rock und Blues.

(psi)