Blausteinsee: Weniger Einnahmen aus dem Verkauf von Tauchkarten

Blausteinsee : Zahl verkaufter Tauchkarten geht weiter zurück

Der Blausteinsee ist seit Jahren ein sehr beliebtes Ausflugsziel. Für Spaziergänger, für Sonnenanbeter und gleichermaßen für Wasserratten. Zu denen zählen auch die Taucher – und die kommen nach wie vor nach Dürwiß. Allerdings sinken die Zahlen seit Jahren und damit auch die Einnahmen, die die Blausteinsee GmbH verbuchen kann.

„Das Wasser ist jetzt trüber als früher. Das ist einfach so“, sagt Heinz Rehahn, Kaufmännischer Prokurist Freizeitzentrum Blaustein-See GmbH. Er kennt die Argumente der Taucher, warum der Run auf den See nicht mehr so groß ist, wie in den Anfangsjahren. Ein weiteres: Das Thema Parken. Zwar wurde vor einigen Jahren für rund 210.000 Euro ein neuer Parkplatz gebaut, direkt bis ans Ufer – wie in den Anfangsjahren – können die Taucher nun aber nicht mehr fahren.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Im Jahr 2006 wurde mit dem Verkauf von Tauchkarten noch ein Erlös von 121.257,50 Euro erzielt. Über 86.765 Euro im Jahr 2008, 72.511 Euro (2010), 44.321,50 Euro (2012) ging es bis auf 29.633,50 Euro im Jahr 2014 runter. Die Zahlen stiegen dann ganz leicht an, fallen nun aber wieder. Die Hochrechnung für das nun endende Jahr geht von Einnahmen in Höhe von rund 25.000 Euro aus, ähnlich wie im Jahr 2017.

Ein paar weitere Zahlen verdeutlichen die Rückgänge (siehe auch Infografik). Seit dem Jahr 2010 werden die verkauften Karten nach Tages- und Jahreskarten aufgeschlüsselt. Wurden im Jahr 2010 noch 4996 Tageskarten verkauft, waren es 2017 noch 1294. Im Jahr 2018 (Stand 30. September) sind es 979. An Jahreskarten waren es im Jahr 2010 384, im laufenden Jahr sind es 161.

Foto: grafik

Neu seit dem Jahr 2017 sind Zehnerkarten. Ein weiteres Angebot, um den See wieder attraktiver für Taucher zu machen. Die Zehnerkarten sind zwei Kalenderjahre gültig und kosten 80 Euro, genau wie die Jahreskarten. Eine Tageskarte kostet neun Euro.

Geld kommt übrigens nicht nur von den Tauchern, die allerdings auch heute noch den Großteil des Umsatzes ausmachen. Die Einnahmen aus den Kartenverkäufern an Surfer liegen laut Rehahn bei etwa 2000 Euro, die Segler spülen rund 2200 Euro jährlich in die Kasse.

Die Zahlen gehen zwar Jahr für Jahr zurück, der Beliebtheit des Sees tut dies jedoch keinen Abbruch. „Wir versuchen, die Infrastruktur weiter zu verbessern“, sagt Heinz Rehahn. So gibt es Überlegungen, kleine Häuser, sogenannte Tiny Houses, am See zu etablieren. Auch das war immer wieder ein Argument von Tauchern in den vergangenen Jahren: die fehlenden Übernachtungsmöglichkeiten. Da Taucher eine teure und schwere Ausrüstung mitschleppen und ein Tauchgang zeitlich begrenzt ist, sähen einige Sportler gerne eine Möglichkeit zur Übernachtung.

Man verhandle derzeit mit einem Investor, so Rehahn, der betont, dass alle Verbesserungen selbstverständlich auch bezahlt werden müssen. Die beiden in Vollzeit bei der GmbH Beschäftigten seien ein echter Gewinn. „Wir hören oft, dass sich einiges verbessert hat, seitdem die beiden für uns arbeiten, etwa in Sachen Müllbeseitigung und Instandhaltung der Wanderwege.“ Selbstverständlich trage auch „Seesheriff“ Hans Johnen dazu bei.

Die Bebauung des Seeufers ist wohl auch noch nicht abgeschlossen. Sowohl Taucher als auch Segler, die derzeit Container nutzen, hatten immer wieder mal Pläne, eine Art Heim mit Umkleiden samt Duschen zu bauen. Vor allem die Segler hatten bereits Pläne vorgelegt. Ursprünglich sollte an die vorhandene Bebauung an der Plaza angeschlossen werden. Nun gebe es andere Überlegungen: So könne etwa an der Stelle gebaut werden, an der derzeit die Container stehen. Es wird sich also weiter etwas tun am Kleinod Blausteinsee...

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