Eschweiler: „Big Bandits“: Eine Jazz-Big-Band, die Rock-Klassiker spielt

Eschweiler : „Big Bandits“: Eine Jazz-Big-Band, die Rock-Klassiker spielt

Eine Jazz-Big-Band, die Rock-Klassiker interpretiert? Liest sich auf dem Papier vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, hörte sich jedoch live sehr gut an. Werner Hüsgens „Big Bandits“ gehören bekanntermaßen zu den führenden Großgebläse-Ensembles der Region, die in nahezu allen musikalischen Genres eine gute Figur machen.

Auf einen Impuls von Sängerin Andrea Porten hin, entschloss sich Hüsgen vor einiger Zeit, seinen Klangkörper einmal in einem breiteren Spektrum auf die Rockmusik der 70er und 80er einzuschwingen. Was dabei herausgekommen ist, hörten sich am Sonntagabend die zahlreichen Gäste der Veranstaltung „Rockin‘ the Big Band“ im Kulturzentrum Talbahnhof mit großer Begeisterung an. In die schimmernde Perlenkette der Rock-Geschichte baute die Band einige bekannte Jimi-Hendrix-Klassiker ein, wiewohl die richtig abgefahrenen Sachen diesmal etwa mit Golden Earrings „Radar Love“, Led Zeppelins „Kashmir“ oder „Burn“ von Deep Purple erklangen.

Das alles auch unter erschwerten Bedingungen, da mit Lissa Reiners eine der beiden etatmäßigen Background-Sängerinnen kurz vor dem Auftritt grippemäßig leider ausfiel. Andrea Porten sang sich nicht nur im besten Sinne die Seele aus dem Leib, sondern durfte mit Songs der Tedeschi-Trucks-Band auch zwei ihrer absoluten Lieblingstitel mit ins Programm einbauen. Ein besonderes Lob gilt diesmal vor allem der Rhythmus-Sektion um Schlagzeuger Sebastian Schlicht. Zudem klang es schon außergewöhnlich, wie der ansonsten im Jazz beheimatete Gitarrist der „Big Bandits“, Jan Doveren, tausendfach zuvor gehörte Ritchie-Blackmore-Passagen auflöste und kombiniert mit ungewohnten Jazz-Skalen wieder zusammensetzte.

Ein Beleg dafür, dass Altbewährtes auch mutig im leicht veränderten Gewand attraktiv klingen kann. Die Publikumsreaktionen auf das Experiment der „Big Bandits“ waren jedenfalls sehr positiv. Wie heißt es so schön in der Presseinfo der Band: „Es gibt goldene Rock-Klassiker, die sind so unverwechselbar wie die Zeit, in der sie entstanden. Es sind akustische Tagebucheinträge in unserem Leben, die man einfach nicht so schnell missen möchte.“ Zum Abschluss des Konzerts am Sonntagabend gab es schließlich mit Joe Cockers Woodstock-Hymne „With a little help from my friends“ eine wahrlich klassische Soulrock-Nummer, die etliche Zuhörer im Auditorium mitsingen durften und auch konnten.

(psi)
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