Besondere Veranstaltung in der Stadtbücherei

Stadtbücherei : Großer Räuber-Hotzenplotz-Tag

Er ist (immer noch) unzweifelhaft der gefährlichste Missetäter des gesamten Landkreises. Zu seinen Markenzeichen gehören der Stoppelbart und ein schwarzer Hut mit Feder und rotem Band. Bewaffnet ist er mit der berüchtigten Pfefferpistole, einem Säbel sowie sieben Messern.

Die Rede ist natürlich vom „Räuber Hotzenplotz“. Der gerissene Gauner zieht auch mehr als ein halbes Jahrhundert nachdem er der Feder des Kinderbuchautors Otfried Preußler entsprang, sein junges und junggebliebenes Lesepublikum in den Bann. Am Donnerstagvor- und -nachmittag begaben sich nun insgesamt 23 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis neun Jahren auf Einladung der Verantwortlichen der Stadtbücherei auf die Spuren des Übeltäters. Die Mitarbeiterinnen Danja Moritz und Yvonne Huwer hatten sich so einiges einfallen lassen, um den „Großen Räuber-Hotzenplotz-Tag“ zu einer echten Party werden zu lassen.

Zunächst galt es, sich in Sachen Aussehen dem „Vorbild“ anzunähern. Die Mädchen und Jungen bastelten schwarze Hüte mit Feder und ließen sich einen beeindruckenden Bart wachsen. Anschließend tauchten die Partygänger in die Hotzenplotz-Welt ein, als Danja Moritz ein Kapitel aus dem im vergangenen Jahr in Otfried Preußlers Nachlass wiederentdecktem vierten Band „Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“ vorlas und den Kindern mitteilte, dass der Räuber nach 14-tägiger Haft im Spritzenhaus entkommen sei. Wobei die Flucht eher einem Spaziergang glich, was den Räuber Hotzenplotz in seiner Ganovenehre durchaus gekränkt habe. Natürlich spielen auch Wachtmeister Dimpfelmoser sowie Seppel und Kasperl gewichtige Rollen in der Geschichte.

Im Verlauf der Party hatten die jungen Leserinnen und Leser so manche weitere anspruchsvolle Aufgabe zu lösen: Zunächst stand der Kartoffellauf auf dem Programm, bei dem es galt, die Erdäpfel des Zauberers Petrosilius Zwackelmann über Stock und Stein ins Ziel zu bringen. Anschließend erfühlten die Mädchen und Jungen die Beute des Räubers im Sack, was nicht zuletzt die von der Großmutter geliebte Kaffeemühle ans Tageslicht brachte. Beim anschließenden „Pfefferkörner-Schießen“ stand die Zielgenauigkeit im Fokus, bevor wenig später beim „Hotzenplotz-Memory“ das Erinnerungsvermögen auf den Prüfstand gesetzt wurde. Das abschließende „Experten-Quiz“ trug dann seinen Namen vollkommen zu Recht, wie Fragenstellerin Yvonne Huwer anerkennend feststellte.

Klasse Erinnerungsvermögen: Beim „Räuber-Hotzenplotz-Memory“ zeigten die jungen Party-Teilnehmer ihr Können. Foto: Andreas Röchter

Und wie konnte die wohlverdiente Belohnung für die Hotzenplotz-Begeisterten aussehen? Die Mädchen und Jungen nahmen voller Stolz eine „Hotzenplotz-Expertenurkunde“ in Empfang und ließen sich den köstlichen Pflaumenkuchen der Großmutter schmecken. Lediglich die Frage, ob es Seppel und Kasperl gelingt, den Unhold per Rakete auf den Mond, der bekanntlich aus purem Silber besteht, zu schießen, blieb offen. Ein echter Grund zu schmökern also!

(ran)
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