Neugegründeter Verein: „Berg Tabor“ will Jugendliche und Flüchtlinge unterstützen

Neugegründeter Verein : „Berg Tabor“ will Jugendliche und Flüchtlinge unterstützen

Laut christlicher Überlieferung stieg Jesus einst mit drei Jüngern auf einen Berg, der seit Jahrhunderten im Allgemeinen mit dem Berg Tabor im heute nordisraelischen Galiläa identifiziert wird. Ein Motiv, das Dr. Martin Gruhlke und sieben Mitstreiter, darunter drei junge Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan und Eritrea, im Blick hatten, als sie im Februar den Verein „Berg Tabor“ ins Leben riefen.

Die grundsätzliche Zielsetzung des Vereins laute, Menschen dabei zu unterstützen, sich eine Zukunft aufzubauen und ein für sich selbst und die Allgemeinheit nützliches Leben zu führen, sind sich Dr. Martin Gruhlke, Luzia Oellig, Markus Oellig, Muuaz Al Youssef, Martin Ober, Mahdi Heydari, Herrmann Otto und Abdu Omer einig. Dabei spiele der rein religiöse Gedanke keine übergeordnete Rolle. Vielmehr sei „das auf den Berg gehen mit Freunden, um von oben Übersicht zu gewinnen und gemeinsam Leben zu teilen“ ein Gedanke, den sich der Verein zu eigen mache, wie Dr. Martin Gruhlke sagt.

Der in Röhe beheimatete Diplom-Biologe berichtet, dass erste Projekte bereits anliefen. „Neben der Knappheit an bezahlbarem und angemessenem Wohnraum stellen auch schulische Probleme immer wieder eine Gefahr für das Weiterkommen von Jugendlichen dar“, so der Vereinsvorsitzende. Deshalb soll ein Nachhilfeangebot, unter anderem im Fach Mathematik, eingerichtet werden, das bereits ansetzt, wenn erste Probleme auftreten und nicht erst „wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist“, erklärt Dr. Martin Gruhlke.

„Wir schaffen die Rahmenbedingungen, stellen den Raum und gehen auf Menschen zu, die bereit und in der Lage sind, zu helfen“, berichtet die stellvertretende Vorsitzende Luzia Oellig. Und Martin Ober ergänzt: „Wir wollen auch eine Anlaufstelle für ein einzelnes, ganz konkretes Problem darstellen.“ Entscheidend sei, dass nicht das „Gießkannenprinzip“ angewendet werde, sondern dort individuelle Hilfe angeboten werde, wo Bedarf bestehe.

In der momentanen Findungsphase des Vereins gelte es vor allem, Kontakte aufzubauen und sich zu vernetzen. Dies sei im Hinblick auf die Ortsvereine in Röhe bereits geschehen. Doch natürlich solle das Betätigungsfeld von „Berg Tabor“ über den Stadtteil im Westen Eschweilers hinausgehen. „In wenigen Tagen stehen Gespräche mit Verantwortlichen des innerstädtischen Quartiersmanagement-West auf dem Programm“, erläutert Dr. Martin Gruhlke, der sich perspektivisch Initiativen in Sachen bezahlbarer Wohnraum, Berufswahl, Ausbildung und Hilfe im Umgang mit Behörden vorstellen kann.

In letztgenannter Hinsicht kommen dann Muuaz Al Youssef, Mahdi Heydari und Abdu Omer ins Spiel. Die drei Geflüchteten, die sich in einer Wohngemeinschaft kennenlernten und derzeit Ausbildungen absolvieren oder auf einen Studienplatz warten, „möchten etwas von dem Guten weitergeben“, das sie laut eigener Aussage in Deutschland erfahren haben. Bürokratische Hürden seien jedoch in Deutschland selbst für Einheimische teilweise nur schwer zu überwinden. Unterstützung ist also geboten und unter diesem Aspekt wollen die drei Vereinsmitglieder aus Syrien, Afghanistan und Eritrea anderen Menschen zur Seite stehen.

(ran)
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