Eschweiler: Beherzter Einsatz rettet Frau das Leben

Eschweiler: Beherzter Einsatz rettet Frau das Leben

Den 30. Juli 2011 wird Bernd Falkenberg nicht vergessen. An diesem Tag ereignete sich ein Beziehungsdrama in Dürwiß, in dessen Folge zwei Menschen angeschossen wurden und der Schütze sich selbst richtete. Bernd Falkenberg war Sekunden nach der Tat vor Ort und versorgte eine damals 48-jährige Frau. Sie überlebte. Ohne seine Hilfe wäre sie verblutet. Am Samstag erhält Bernd Falkenberg für diese geistesgegenwärtige Tat die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen von der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Es war ein sonniger Samstagmorgen in Dürwiß, als er draußen lautes Geschrei und Schüsse vernahm. Der 45-Jährige lief zu seinem Wagen, wo sich auch medizinische Dinge zur Erstversorgung befanden, und fuhr damit um die Ecke, zur Bonhoefferstraße. Dort sah er das ganze Ausmaß der Tat. In einem Wagen saß eine schwer verletzte Frau, der er die Schusswunden zuhielt.

Auch andere Passanten kamen hinzu, ihnen rief er zu, wie sie dem ebenfalls angeschossenen Lebensgefährten der Frau helfen konnten, der in Panik umherirrte. Erst als Rettungssanitäter und Polizei eintrafen, wurde ihm bewusst, was geschehen war. „Das System hat gut funktioniert, es kümmerte sich auch ein Notfallseelsorger um mich“, erinnert er sich. Das habe ihm sehr geholfen, die Geschehnisse zu verarbeiten.

Menschen das Leben zu retten, ist für ihn nichts alltägliches, aber auch nicht ungewöhnlich. Beruflich ist er als Krankenpfleger tätig und verfügt über eine entsprechende Erstretter-Ausbildung. Außergewöhnlich war allerdings das Dankesschreiben, dass er von der Polizei für seinen Einsatz erhielt. Die Behörde schlug ihn auch für die Rettungsmedaille vor. In dem Schreiben der Polizei heißt es: „Ohne die genaue Gefahrensituation zu kennen (der Täter hätte noch vor Ort sein können), leistete er selbstlos lebensrettende Maßnahmen.“

„Der Brief und diese Auszeichnung freuen mich sehr, denn sie sind alles andere als selbstverständlich“, sagt er. Bis heute hat sich die damals 48-Jährige, der er das Leben rettete, nicht für seinen Einsatz bedankt. „Ich würde die Frau wahrscheinlich nicht einmal mehr erkennen, wenn sie vor mir stehen würde“, gesteht Bernd Falkenberg. Damals sei alles viel zu schnell gegangen.

Heute wird seine Tat gelobt: Im Casino des Zollvereins in Essen findet die Feierstunde mit der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft statt. Eine Delegation aus Eschweiler wird Bernd Falkenberg begleiten. Dazu zählen neben Bürgermeister Rudi Bertram auch Falkenbergs Lebensgefährtin Emilia und sein Freund Oliver Bönsch.

(pan)