Bedeutender Gelehrter entreißt Eschweiler dem Dunkel der Geschichte

Eschweiler anno 828 erstmalig urkundlich erwähnt : Wer weiß noch, wer Herr Einhard war?

Zugegeben: eine „runder“ Gedenktag war es nicht, den der wohl nachhaltigst prominente Indestädter Ende vergangener Woche hätte feiern können. Aber ein „langer“. Wer einen Blick auf den Gedenkstein im Stadtgarten wirft, der kann es sehen: 1179 Jahre ist es her, dass der Mann, der Eschweiler als erster einen Platz in den Geschichtsbüchern sicherte, das Zeitliche segnete.

Anno 828 war es, dass Einhard, bedeutender Gelehrter sowie Freund und Geschichtsschreiber Karls des Großen, Eschweiler erstmalig urkundlich erwähnte: als „karolingisches Königsgut Fundus Ascvilaris“. Was wiederum bedeutetr, dass Eschweiler inzwischen mindestens an die 1200 Jahre alt ist. Immerhin liegt Einhards Notiz über das damals existente Ascvilare bereits 1191 Jahre zurück. Damals hatte der adelige Gelehrte aus dem ostfränkischen Maingau in einer Sammlung von 67 Erzählungen über Wunderheilungen von eine, Mann aus eben diesem Eschweiler berichtet: „Ascvilare heißt ein Königsgut, vier Meilen von der Aachener Pfalz entfernt...“

Damals war Einhard bereits 58 Jahre alt. Und galt als treuester Freund und Vertrauter Karls des Großen, dessen Biografie, die Vita Karoli Magni“ er verfasste. Und  für den er die Errichtung bedeutender Bauwerke wie etwa der Aachener Pfalzkapelle überwachte. In Aachen, wo der Kaiser Gelehrte, Künstler und Techniker aus dem gesamten Reich versammelte, um politisch wie kulturell das alte Römische Reich wiedererstehen zu lassen, leitete Einhard jahrzehntelang die von Karl gegründete Aachener Schule, eine in das gesamte Reich strahlende Institution, aus der ganze Generationen bedeutender Gelehrter hervorgingen.

Goldschmieder, Buchmaler, Baumeister und andere Künstler erhielten ihre Ausbildung unter Einhards Leitung in Aachen und  trugen ihr Wissen und Können von hier aus nach ganz Europa. Unter Einhards künstlerischer Leitung entstanden auch die kostbaren Bronzetüren und erzenen Gitter des Aachener Münsters.

Einhards Wissen und Können auch in politischen Dingen waren bis in sein hohes Alter gefragt. Er, der sich eigentlich in ein von ihm gegründetes Kloster im heutigen Seligenstadt zurückziehen wollte, wurde immer wieder an den Hof zurückgerufen. In Seligenstadt starb Einhard: am 14. März 840.

(rpm)