Eschweiler: Bargeld ist in der Mensa des „Städtischen” überflüssig

Eschweiler: Bargeld ist in der Mensa des „Städtischen” überflüssig

Pennäler und Lehrer im Städtischen Gymnasium können ihr Portmonee getrost Zuhause bleiben. An der Schule wurde nun die sogenannte bargeldlose Verpflegung eingeführt. Schlüssel zu allem ist eine Girokarte, mit der die Schüler in der Mensa und am Kiosk einkaufen können.

Die Neuerung ist der RaiffeisenBank Eschweiler zu verdanken, die es mit einer Spende in Höhe von 5500 Euro ermöglichte, die notwendige technische EDV-Ausstattung in der Schule zu installieren. Schulamtsleiterin Petra Seeger, Schulleiter Dr. Friedhelm Mersch und der Vorstandsvorsitzende des Bankunternehmens, Johannes Gastreich, demonstrierten in der Mensa an der Preyerstraße, wie es funktioniert. Fazit: Praktischer geht es kaum.

Einer der vielen Vorteile des neuen Systems ist die Tatsache, dass Schüler und Lehrer das Schulessen via Internet von zuhause vorbestellen können. Bezahlt wird mit der Karte, die auch für Einkäufe an dem Kiosk in der Mensa und jenem im Hauptgebäude an der Peter-Paul-Straße benutzt werden kann. Bargeld hat hier ausgedient. Die bislang 450 Teilnehmer des Gymnasiums, die sich im Rathaus registriert haben, verfügen nach der Überweisung des Verpflegungsgeldes auf ein Treuhandkonto bei der Stadt Eschweiler über ein virtuelles Guthaben, von dem das Essen und Einkäufe am Kiosk abgebucht werden.

Hier und an der Essensausgabe der Mensa stehen Lesegeräte, in die die Girokarte gesteckt wird, die keine Geldkarte ist und ausschließlich zur Identifizierung des Schülers dient. Nach anfänglicher Skepsis sei das System von Eltern und Schülern sehr gut angenommen worden, sagte Petra Seeger.

Zu den Skeptiker, gestand Dr. Friedhelm Mersch, habe anfangs auch er gehört. Mittlerweile aber sei das Verfahren etabliert. „Kein Mensch fragt mehr nach, wie das funktioniert”, sagt der Schulleiter des Städtischen Gymnasiums.

Die guten Erfahrungen, die Schüler und Eltern mit dem System gemacht haben, freuen auch Johannes Gastreich, der ein dickes Lob für Stephan Klein parat hatte, der bei der Stadtverwaltung für die EDV-Betreuung der Schulen und damit auch für das System der bargeldlosen Verpflegung zuständig ist: „Herr Klein besitzt eine hohe fachliche Kompetenz .”

Beim Treffen in der Mensa hoben alle die vielen Vorteile des neuen Verfahrens hervor, das eine Nutzung der Mensa und des Kiosks durch Schulfremde ausschließt und den Eltern der Schüler eine Kontrolle der Essensgewohnheiten ihrer Kinder bietet.

Gute Erfahrungen mit der Karte hat auch Detlef Bock vom Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt „Spectrum” des „Rheinischen Vereins” gemacht, das die Mitarbeiter in der Schulkantine und am Kiosk stellt. Hygienische Probleme durch Bargeld entfielen ebenso wie eine Abrechnung der Kasse. Eine solche gibt es schlicht nicht mehr.

Außerdem verlaufe die Essensausgabe deutlich schneller als mit Bargeldverkehr. Der „Rheinische Verein” liefert das Essen, das vorbestellt werden muss und aus eigener Zucht respektive eigenem Anbau stammt, jeden Tag frisch zubereitet und zu 85 Prozent vorgegart aus Weeze am Niederrhein an. Die Restgarung erfolgt vor Ort.

Petra Seeger nannte am Montag einen weiteren Aspekt des Kartensystems, mit dem man zuvor schon gute Erfahrungen an der Gesamtschule gemacht habe: Schüler, für die Sozialleistungen gezahlt würden, müssten sich jetzt nicht mehr outen. „Die Zahl derer, die am Essen in der Gesamtschule teilnehmen, hat sich seitdem vervielfacht”, berichtet sie.

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