Awo-Kitas: Streit um Verträge beigelegt

Streit um Verträge beigelegt : Awo-Kitas in Eschweiler machen Zugeständnisse an Eltern

Die Awo-Kisa, Träger von fünf Kindertagesstätten in Eschweiler hat den Streit um die Inhalte neuer Betreuungsverträge mit einigen Eltern beigelegt. Die Awo ging in vielen Kritikpunkten auf die Eltern zu. Unter anderem soll eine umstrittene Passage, nachdem die Eltern sensible medizinische Daten ihrer Kinder an die Awo weitergeben sollten, aus den Verträgen gestrichen werden.

Nach fast dreistündigen Gesprächen zwischen der Geschäftsführung der Awo-Kisa und knapp 20 Eltern, moderiert vom Jugendamtsleiter der Stadt Eschweiler, Jürgen Termath, waren die Knoten durchschlagen. Awo-Kisa-Prokurist Guido Dohmen sagte den Eltern zu, dass die neuen Betreuungsverträge für insgesamt fünf Kitas punktuell nach den Wünschen der Eltern noch einmal überarbeitet werden. Im Gegenzug stimmten die Eltern grundsätzlich einem pauschal erhobenen Verpflegungsbeitrag sowie einer Strafzahlung bei wiederholt zu spätem Abholen von Kindern in der Kita zu.

Entsprechend erfreut zeigte sich die Sprecherin des Jugendhilfeelternbeirats, Andrea Rahmen: „Beide Seiten sind sich in allen Punkten entgegengekommen, was im Vorfeld nicht unbedingt zu erwarten war.“ Es sei ein fairer und letztlich auch sachlicher Austausch gewesen. Man habe vereinbart, dass der Dialog mit den Eltern in den jeweiligen Kindertagesstätten fortgesetzt werde.

Umstritten war vor allem ein Passus, nachdem die Eltern den Awo-Kindergärten Kopien der sogenannten U-Hefte, in denen medizinische Untersuchungen von Kindern dokumentiert werden, bei den Awo-Kitas hinterlegen sollten. Im Zuge der Diskussion verwies der städtische Elternbeirat darauf, dass diese Forderung der Awo nicht mit den Regelungen des Kinderbildungsgesetz, kurz Kibiz, in Einklang zu bringen sei. Zwar räume das Kibiz Kitas das Recht ein, eingeschränkt medizinische Informationen über betreute Kindern einzuholen, der Schutz sensibler Daten der Kinder sei allerdings höher eingestuft als das Informationsrecht der Betreuungseinrichtung. Prokurist Guido Dohmen und die stellvertretende Fachbereichsleiterin Elena Seimetz von der Awo-Kisa-Geschäftsführung waren bereit, diese Passagen des Vertrages anzupassen.

Bei der umstrittenen Pauschalisierung der Verpflegungskosten waren die Eltern damit einverstanden, dass die Awo ihren Verwaltungsaufwand reduziert, indem die tatsächliche Höhe des Essensgeldes nicht täglich erhoben werden muss. Stattdessen sollen die Eltern eine Pauschale bezahlen. Im Gegenzug sagte die Awo zu, dezidierte Härtefallregelungen nachzureichen, die regeln, wann und in welchen Zeiträumen Eltern die Pauschale zurückerstattet bekommen – zum Beispiel in längeren Krankheitsphasen des Kindes. „Vor allem in dieser Frage wird das Gespräch mit den Beiräten in den Kitas gesucht“, teilt Andrea Rahmen mit. Dies werde auch durch das Kibiz gestützt, bei grundsätzlichen finanziellen Veränderungen die Eltern einzubinden.

Der dritte strittige Punkt war eine finanzielle Strafe für Eltern, die ihre Kinder wiederholt zu spät abholen. Hier konnte die Awo die Eltern von der Zweckmäßigkeit ihrer Absichten überzeugen. Demnach soll nicht sofort eine Sanktionierung erfolgen, sondern erst mehrere Gespräche und auch eine Beteiligung der Fachbereichsleitung vorgeschaltet sein. „Nachdem der Prozess verdeutlicht wurde, zeigten die Eltern Verständnis“, schildert Andrea Rahmen.

Die neuen Betreuungsverträge der Awo müssen nun nochmals überarbeitet werden. Ab dem 1. August sollen die neuen Verträge gelten. Die Awo bot darüber hinaus den Eltern, die noch einen alten Vertrag haben, an, diesen weiter fortlaufen zu lassen. Auch dies wird vom Jugendhilfeelternbeirat als Entgegenkommen des Kita-Trägers gewertet.

(pan)
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