Eschweiler: Autorin Petra Schier: Ein Kopf voll mit spannenden Ideen

Eschweiler: Autorin Petra Schier: Ein Kopf voll mit spannenden Ideen

Köln zu Beginn des 15. Jahrhunderts: In der frühmorgendlichen Dämmerung nähert sich eine Gestalt dem Haus der Apothekerin Adelina. Es ist ihr Bruder Tilman. Von einem Messerstich schwer verwundet, bricht der Hauptmann der Kölner Stadtgarde an der Türschwelle zusammen.

Wenig später erscheint auch der Vogt. Er ist auf der Suche nach Tilman, den er eines Mordes bezichtigt. Im Zeughaus wurde die Leiche eines Mannes entdeckt, neben ihm der Dolch von Tilman! Adelina leugnet die Anwesenheit ihres Bruders. Sie ist überzeugt, dass er keinesfalls der Mörder sein kann! Doch wer hat die Tat begangen?

Gut 600 Jahre später sitzt die bekannte Autorin Petra Schier in der Eschweiler Stadtbücherei und liest aus ihrem neuesten Werk „Verschwörung im Zeughaus“, dem inzwischen fünften Band der „Adelina-Reihe“. Die Schriftstellerin aus dem 16 Einwohner zählenden Örtchen Niederheckenbach im Landkreis Ahrweiler befindet sich auf einer Lesereise zu Gunsten der Opfer der Hochwasserkatastrophe. Die Zuhörer in der Bibliothek kommen kostenfrei in den Genuss der Lesung, sind aber zu einer freiwilligen Spende aufgerufen.

Und so mancher Anhänger der mittelalterlichen Kriminalromane, die ein farbenprächtiges Gemälde des einstigen Kölns zeichnen und in denen die starke Persönlichkeit der selbstbewussten Apothekerin Adelina im Mittelpunkt steht, sind der Einladung gefolgt. Ihnen bietet Petra Schier, standesgemäß im Gewand einer mittelalterlichen Patrizierin gekleidet, nicht nur spannende Einblicke in ihren jüngsten Roman, der am 20. Juni erschien, sondern auch in ihre Arbeit.

„Ich schreibe viel. Verschwörung im Zeughaus ist mein elfter historischer Roman seit 2005. Hinzu kommen seit 2007 ein Weihnachtsroman pro Jahr sowie Bücher in der verlagsunabhängigen Mila-Roth-Agentenkrimiserie“, berichtet die freie Lektorin. „Ich habe so viele Ideen im Kopf, dass ich Angst habe, 300 Jahre alt werden zu müssen, um alle umsetzen zu können“, liefert sie auch gleich die Begründung. Dabei bezeichnet sie sich selbst als einen im Grunde eher „faulen“ Menschen. „Ich hasse es, meine Texte zu überarbeiten.“ An fünf Tagen pro Woche verfasst sie jeweils fünf bis sieben Seiten.

„Natürlich stehen das Grundgerüst sowie die Hauptcharakterzüge der Figuren zu Beginn des Schreibens fest, doch manche Figuren entwickeln sich noch während des Schreibens weiter. So wusste ich drei Bände lang nicht, dass Tilman der Bruder Adelinas ist“, schmunzelt die Autorin, bevor sie ihren erfreuten Lesern mitteilt, dass es auch einen sechsten Adelina-Roman geben wird. Doch zunächst müssen Adelina, ihr genesender Bruder Tilman sowie Adelinas Apotheker-Gesellin Mira, die eine besondere und schwierige Beziehung zu Tilman unterhält, ja auch erst einmal die „Verschwörung im Zeughaus“, deren Spur in den Kölner Stadtrat führt, aufdecken.

(ran)