Eschweiler: Aufstand nach Wohnungsbrand

Eschweiler: Aufstand nach Wohnungsbrand

Was sie beim Erreichen des Einsatzortes, einer brennenden Wohnung an der Dürener Straße, erwartete, damit hatten die Feuerwehrleute nicht gerechnet. Der Wohnungsinhaber stellte sich den Einsatzkräften in den Weg und bedrohte sie mit einem Messer.

Alarmiert wurden die Einsatzkräfte der Eschweiler Hauptwache, des Löschzuges 11 und 12 Stadtmitte und des Löschzuges 42 Bohlgestern am späten Donnerstag Vormittag - gemeldet wurde ein Brand in einem Sechs-Parteien-Haus. Soweit eigentlich nichts Ungewöhnliches. Doch die Uhr tickte langsam 10 Uhr entgegen, als das Chaos begann.

Ausgebrochen war ein Feuer in der Küche einer Wohnung in der ersten Etage. Während es in der Küche lichterloh brannte, hielt sich der 60-jährige Wohnungsinhaber, der sich zu dieser Zeit alleine in seinen Räumen befand, in einem Nebenzimmer auf. Die Freude über das Eintreffen der Feuerwehr hielt sich bei dem Mann in Grenzen. „Als wir in die Wohnung gegangen sind, stellte sich der Mann den Kameraden in den Weg und bedrohte sie mit einem Messer”, erklärt Paul Velten-Christopher, Wachabteilungsführer der Feuer- und Rettungswache Eschweiler.

Zuvor hatte der 60-Jährige bereits einen Gerichtsvollzieher nicht in die Wohnung gelassen, die Tür mit einem Möbelstück verbarrikadiert. Der Gerichtsvollzieher forderte daraufhin polizeiliche Verstärkung an.

Feuerwehr hat keine Chance

Immerhin: Die Nachbarn, die sich zur Brandzeit im Haus befanden, konnten sich schnell retten. „Die Personen im Haus waren glücklicherweise nicht gefährdet”, erklärt Velten-Christopher.

Auftritt Polizei: Als die Situation durch die Messer-Attacke des 60-Jährigen bedrohlich wurde, schritt die Polizei ein und überwältigte den Mann, nachdem auch die Beamten mit dem Messer bedroht wurden. Der Mann musste schließlich mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden.

Der Sachschaden liege laut Velten-Christopher in einem fünfstelligen Bereich, die Polizei sagt, die Wohnung sei „Totalschaden”. Der Sachschaden am Haus insgesamt wird auf etwa 15 000 Euro geschätzt.

Verkehr umgeleitet

Aufgrund des Großaufgebots von Feuerwehr und Polizei mussten auch Autofahrer, die am Vormittag auf der Dürener Straße in Richtung Weisweiler fahren wollten, Geduld mitbringen. Die Polizei musste am Einsatzort den Verkehr umleiten.

Letztlich ging der schwierige Einsatz relativ glimpflich zu Ende, weitere Verletzte gab es neben dem 60-Jährigen nicht.

Doch für den Amok gelaufenen Mann samt Feuer- und Messerauftritt wird sein Auftreten noch spürbare Folgen haben: Es werde, sagte Polizeisprecherin Sandra Schmitz auf Anfrage, derzeit geprüft, ob der Mann dauerhaft in eine geschlossene Anstalt eingewiesen werden solle: „Die Wohnung war völlig heruntergekommen, total unterwohnt und vermüllt. Und dazu dann dieses Auftreten.”