Rückmeldungen der Leser: Aseag bezieht Stellung zur Kritik von Fahrgästen

Rückmeldungen der Leser : Aseag bezieht Stellung zur Kritik von Fahrgästen

Nach einem Unfall in einem Aseag-Bus Anfang September hatte eine Frau das Unternehmen hart kritisiert. Dem schlossen sich andere Fahrgäste an, beschwerten sich über rasante Fahrweisen, unfreundliches Verhalten und Unzuverlässigkeit. Die Aseag reagiert auf die lange Liste.

An zwei aufeinander folgenden Tagen stehen zwei Frauen in der Redaktion, eine 17-Jährige und eine an die 50, die täglich auf die Busse der Aseag angewiesen sind. Unabhängig von einander schildern sie ihre Erfahrungen und Probleme, die sie nahezu täglich auf ihren Busfahrten erleben. In vielen Punkten decken sich ihre Aussagen.

Hinzu kommen weitere Reaktionen von Lesern, die sich nach einem Vorfall in der Buslinie 52 Richtung Aachen, bei der eine 59-jährige Frau verletzt worden ist, gemeldet haben. Hat die Aseag ein generelles Problem mit der Taktung der Busse und einigen Busfahrern sowie beim eigenen Kundenservice? Denn darauf deuten die Aussagen hin.

Die Linien 8, 28 und 52: Insbesondere die 28 und 52 bezeichnet die Frau, die auch wegen körperlicher Einschränkungen und Krücken seit Jahrzehnten Bus fährt,  als „Katastrophenlinien“. Die seien regelmäßig verspätet, und wohl auch deswegen würden die Fahrer rasant fahren. Verspätungen führen beim Blockverkehr ab dem Bushof dazu, dass Fahrgäste ihre Anschlussbusse verpassen können. Ein weiterer Kritikpunkt: Die 28 sei „generell überfüllt“. Und die 8 sei ebenfalls so gut wie nie pünktlich, wie die 17-Jährige schildert, die täglich per Bus und Bahn zu ihrer Ausbildungsstelle nach Aachen pendelt.

Die Reaktionen der Aseag: „Die Linie 52 wird durch den Umbau des Aachener Autobahnkreuzes beeinträchtigt“, wie Sprecher Paul Heesel mitteilt. Das Unternehmen habe daher einen Puffer von acht Minuten eingeplant. „Dadurch wird der Anschluss am Bushof in Eschweiler in der Regel noch erreicht.“

Generell hätten Verspätungen viele Gründe (Verkehr, Staus, viele Ticketverkäufe beim Fahrer, Probleme mit Schwarzfahrern, ...); der Fahrplan beruhe jedoch auf durchschnittlichen Fahrzeiten. „Würden wir zu viele dieser Eventualitäten in den Fahrplan einrechnen, wären die Busse viel zu häufig zu früh oder stünden zu oft wartend an Haltestellen.“ Auch das wäre nicht im Sinne der Gäste – und nicht wirtschaftlich. Nach Angabe des Unternehmens werde sich die Aseag die Zeiten der 28 noch einmal anschauen.

Die Kritik, die 28 sei überfüllt, widerlegt das Unternehmen jedoch und verweist auf die automatische Fahrgastzählung. Zu Hauptverkehrszeiten seien die Busse gut ausgelastet, morgens mit zwischen 30 und 60 Personen Richtung Bushof. „Aus wirtschaftlichen Gründen können wir die Anzahl der Fahrten aber nicht einfach erhöhen. Selbst wenn es finanzierbar wäre, müsste man auch genügend Fahrer und Fahrerinnen finden. Das ist nicht einfach.“

Mit diesem Argument begründet die Aseag auch, warum die Linie 6 mehrfach ausgefallen ist, wie die 17-Jährige kritisiert hat. Aseag und ihre Vertragsunternehmen haben keine ausreichend dicke Personaldecke. „Melden sich Fahrer krank, kann manchmal kein Ersatz gefunden werden.“

Situation an Bushaltestellen ist oft schwierig

Ein weiterer Punkt, der vor allem in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen stört, ist die Situation an den Haltestellen. Oft würden diese nicht ideal angefahren, schilderte die Frau mit Krücken in der Redaktion. Dabei betont sie, dass die zu nah an der Straße wartenden Gäste dazu beitragen würden. „Die Anfahrt funktioniert nicht immer so, wie wir uns das wünschen“, äußert auch Paul Heesel, zum Beispiel bei Haltestellen in Kurven.

„Viele Haltestellen müssen zudem noch barrierefrei umgebaut werden. Das liegt in der Verantwortung der Kommunen.“ Denn erst dann sei eine „gerade Anfahrt“ gewährleistet; der Spalt zwischen Bus und Bürgersteig wäre gering und bei entsprechender Bordsteinhöhe die Stufe niedriger. Im Einzelfall – der immer erst nach Abwägung eintrifft – könnten auch Busbuchten mit Haltepunkten am Fahrbahnrand ersetzt werden. Das erleichtert den Einstieg, würde aber den Verkehr beeinträchtigen.

Für großen Unmut sorgt auch das Beschwerdemanagement der Aseag. Einige unbeantwortete Mitteilungen von Fahrgästen, die der Redaktion vorlagen, hat das Unternehmen mittlerweile nach Anfrage der Zeitung beantwortet und ist noch dabei. „Manchmal dauert die Bearbeitung länger als es uns und unseren Fahrgästen lieb ist. Das tut uns leid, und wir wollen das verbessern.“