Eschweiler: Architekturwettbewerbs der S-Immo: Frische Ideen fürs „Filetstück“ der Stadt

Eschweiler : Architekturwettbewerbs der S-Immo: Frische Ideen fürs „Filetstück“ der Stadt

Während sich nicht einmal 200 Meter weiter die Abrisszangen unentwegt in die Überreste der ehemaligen Hertie-Immobilie fressen, ist die Zukunft des Sportplatzes Patternhof noch ungewiss. 2,6 Hektar groß ist das Areal, dass Dr. Bernd Hartlich als „Filetstück“ bezeichnet.

17 Studenten der Fachhochschule Aachen machen sich nun Gedanken darüber, welche Gebäude dem Sportplatz folgen sollen. Sie nehmen am 7. Architekturwettbewerb der S-Immo teil, bei dem insgesamt 2500 Euro an Preisgeld ausgeschüttet werden. Angeleitet werden sie von Professor Ulrich Eckey.

Am Mittwoch fand er offizielle Auftakt des Wettbewerbs statt, bei dem sich die Studenten gleich auf dem Gelände umsehen konnten. Zuvor hatten sie sich an zwei Tagen in Tübingen ähnliche Projekte angeschaut. Die Aufgabenstellung steht unter dem Titel „Raum Maß Typ — Wohnquartier Eschweiler Patternhof“. Für den Geschäftsführer der S-Immo, Dietmar Röhrig, schloss sich mit der Veranstaltung am Mittwoch nach eigenen Worten ein Kreis: Er war jahrelang in der Stadtverwaltung Eschweiler tätig und unter anderem auch im Sportamt für den Sportplatz Patternhof mit zuständig.

Die Aufgabe für die Studenten ist spannend und anspruchsvoll zugleich. Es bestehen nämlich klare Vorgaben. Wegen der Altlasten im Boden ist eine Unterkellerung der Gebäude nicht möglich. „Es wird interessant sein zu sehen, wie die Stellplatzproblematik von den Teilnehmern für das Quartier gelöst wird“, berichtete Professor Eckey. Das architektonische Umfeld des Sportplatzes ist zudem sehr unterschiedlich. Darauf wies auch Dr. Hartlich hin: „Auf der einen Seite eine Schule, auf der anderen Seite denkmalgeschützte Gebäude.“

In der Anforderung heißt es: „Die Studierenden sollen ein urbanes Wohnquartier entwerfen, das Nachhaltigkeits-Anforderungen gerecht wird und möglichst allen Generationen unterschiedlichster sozialer Herkunft ein nutzerfreundliches Wohnumfeld und Zuhause bietet. Vorstellbar sind alle Formen urbanen Wohnens: vom Wohnen auf der eigenen Parzelle im städtischen Reihenhaus mit kleinem Garten oder intimem privaten Hof über die Wohnung im Mehrfamilienhaus im Blockzusammenhang oder als Zeile bis hin zu allseitig orientierten frei stehenden Solitären.“

Als Bachelor-Arbeit

Für die Studenten ist die Arbeit nicht nur wegen des reizvollen Preisgeldes eine besondere, sondern sie wird auch als Bachelor-Arbeit gewertet. „Es wird eine spannende Zeit, und ich freue mich auf ihre Modelle, Pläne und Ideen“, meint Eckey. Die Stadtverwaltung sitzt als Ansprechpartner mit im Boot. In einem ersten Bebauungsplanentwurf wurde zwar eine mögliche Anordnung von Mehrfamilienhäusern auf dem Sportplatz Patternhof gezeigt, allerdings erhofft man sich im Rathaus auch andere Ansätze.

Hartlich sprach in diesem Zusammenhang von einer „Schere im Kopf“, die sich bilde, wenn man tagtäglich mit solchen Planungen befasst ist. Vorgesehen ist ein Quartier, dass sowohl bezahlbare, als auch barrierefreie Wohnungen umfasst. Damit will die Stadtverwaltung auf die hohe Nachfrage nach günstigem Wohnraum reagieren. Wer das Quartier letztlich entwickeln wird, steht noch nicht fest.

Das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro verteilt sich auf drei Gewinne und eventuelle Ankäufe. Die fünfköpfige Jury unter der Leitung von Professor Horst Fischer tagt am 13. Juli in der Fachhochschule, dort findet auch direkt im Anschluss die Preisverleihung statt. Die prämierten Ergebnisse werden während der Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses am 20. September vorgestellt und anschließend im Eschweiler Rathaus ausgestellt.

(pan)
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