Stolberg/Eschweiler: Arbeitsplätze: Metaller gehen auf die Straße

Stolberg/Eschweiler: Arbeitsplätze: Metaller gehen auf die Straße

Es soll ein ausdrucksstarkes Zeichen gesetzt werden - gegen den Abbau von Arbeitsplätzen und zugunsten des hiesigen Standorts: Die IG Metall ruft zu einer großen Solidaritätskundgebung für Samstag, 10. November, ab 9.30 Uhr auf dem Bernhard-Kuckelkorn-Platz vor dem Zinkhütter Hof.

Aktueller Anlass ist die im Anschluss folgende Betriebsversammlung der Stolberger KME.

Die Osnabrücker Firmenleitung will 102 der noch 213 Stellen in dem Traditionsunternehmen streichen. Diese Massenentlassung halten Betriebsrat und IG Metall nicht nur für völlig überzogen, sondern sie sehen in ihr auch eine Gefahr für den Erhalt des Standortes. „Die Belegschaft kämpft um jeden Arbeitsplatz”, sagt Betriebsratsvorsitzender Heinz Meuser und IGM-Sekretär Martin Peters betont, dass „das Werk weiterhin eine Zukunft in Stolberg” haben soll. „Wir rufen alle Kolleginnen und Kollegen und alle Unterstützer auf, an der Solidaritätskundgebung teilzunehmen”, unterstreicht Peters. Denn der Protest der Arbeitnehmer zieht Kreise.

Neben der KME sind in Stolberg auch 98 Arbeitsplätze sowie weitere 147 an anderen Standorten der Dalli-Gruppe betroffen, deren Arbeitnehmer von der IG BCE betreut werden. Betriebsratsvorsitzender Karl-Josef Emonds bereitet derzeit die Belegschaftsversammlung am 15. November in der Stadthalle vor, „auf der wir „Antworten auf viele offene Fragen von der Geschäftsführung erwarten”. Die Metaller drücken weiterhin die Sorgen der geplanten Bombardier-Schließung, durch die 600 Jobs in Aachen auf dem Spiel stehen, sowie in Eschweiler die Schließung des Prysmian-Kabelwerks Lynen, durch die 160 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Mit Argusaugen wird auch die Insolvenz der Eschweiler Anneliese Mertes GmbH beobachtet, die 140 Mitarbeiter beschäftigt.

Bei den Verhandlungen über einen Erhalt der Arbeitsplätze der Stolberger KME sind die Fronten ebenso klar wie starr. Die Solidaritätskundgebung soll helfen, Bewegung in die Gespräche zu bringen, um die Arbeitsplätze und letztlich das Stolberger Werk zu erhalten, unterstreicht Martin Peters, der bei der Belegschaftsversammlung das Wort ergreifen wird. Zuvor werden am Zinkhütter Hof Betriebsratsvorsitzender Heinz Meuser über die brisante Lage und IGM-Geschäftsführer Helmut Wirtz über die aktuelle Situation am Standort informieren. Auch Ralf Woelk, Vorsitzender der DGB-Region NRW Süd-West wird das Wort ergreifen, und seitens der Kupferstadt wird die stellvertretende Bürgermeisterin Hildegard Nießen eine Solidaritätsadresse sprechen.

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