Anmeldezahlen für Grundschulen in Eschweiler steigen

Anmeldezahlen in Eschweiler steigen : Die Stadt steht vor einer Herausforderung bei den Grundschulen

Weil die Anmeldezahlen bei den Erstklässlern in den kommenden Jahren steigen, muss die Stadt jetzt schon handeln. Ein neues Konzept könnte für eine effizientere Nutzung der Räume sorgen. Erstaunlich ist auch die Entwicklung an der Gesamtschule.

Die Schullandschaft in Eschweiler wird sich in naher Zukunft stark verändern, was insbesondere daran liegt, dass die Stadt steigende Schülerzahlen für die Grundschulen prognostiziert. In den ersten Klassen sitzen derzeit 468 Schüler, verteilt auf 20 Klassen. Im Schuljahr 2023/24 sollen es 590 in 26 Klassen sein – also werden 26 Prozent mehr Erstklässler zur Schule gehen. Das hat zwei grundlegende Auswirkungen: Manche Schulen haben nicht genügend Räume, und mit den zunehmenden Schülerzahlen steigt auch die Nachfrage an der Betreuung im Offenen Ganztag (OGS).

Nachzulesen ist das Ganze in einer Vorlage für den Schulausschuss am kommenden Dienstag, 28. Mai, 17.30 Uhr im Rathaus. Darin steht auch die deutliche Aussage, dass die Entwicklung die Schul- und Jugendhilfeträger vor große Herausforderungen stelle: „Erst Recht mit Blick auf die für 2025 vorgesehene Einräumung des Rechts auf einen offenen Ganztagsplatz sind schon jetzt Vorkehrungen zu treffen, diesem Bedarf gerecht zu werden.“

Die bevorstehende Herausforderung ließe sich mit einem neuen Konzept meistern, davon geht die Verwaltung aus. Denn bislang gibt es verschiedene Konzepte für die Nutzung der Räume und die OGS-Betreuung. Diese Situation führt dazu, dass jede OGS-Gruppe mit 25 Kindern einen eigenen Raum am Nachmittag hat. Gleichzeitig stehen nach Schulende andere Räume leer – und die OGS-Räume sind vormittags nicht belegt. Ein neues verzahntes Konzept soll zu einer effizienteren Auslastung und weniger ungenutzten Kapazitäten führen. Denn würde das jetzige System bei steigender Schülerzahlen weitergeführt, ist die Verwaltung davon überzeugt, dass „alle Grundschulen baulich deutlich erweitert werden“ müssen.

Zwar würden mit einem neuen Konzept die potenziellen Kosten für Baumaßnahmen enorm sinken, im Umkehrschluss seien aber „erhebliche Investitionen in räumliche mobile Ausstattung erforderlich“.

In der nächsten Sitzung des Schulausschusses wird es also noch nicht konkret darum gehen, welche Schule wie umgebaut werden müsste. In der darauf folgenden Sitzung am 25. Juni soll dann über die „vorgesehene Qualitätsentwicklung im offenen Ganztag“ diskutiert werden.

Die jetzige Vorlage skizziert aber zumindest, welche Grundschulen von den zu erwartenden steigenden Anmeldezahlen betroffen sind. Die KGS Bergrath etwa kann mit zwei Klassen nur 48 Kinder aufnehmen, dauerhaft geht die Stadt aber davon aus, dass die Anmeldezahlen ab 2020/21 stetig bei 59 liegen werden. Ergo: Aus zwei müssten drei Züge werden.

Problematischer gestaltet sich die Lage der KGS Barbara, weil sie zwei Standorte hat (zwei Züge in Stich, ein Zug in Röthgen). Insgesamt ist Platz für 72 Schüler, die Prognose geht von 84 aus, weil der Stadtteil Pumpe-Stich wachse, der Hauptstandort Stich also vor einem Problem stehe. Auszug aus der Verwaltungsvorlage: „Leider ist die Verteilung der Klassenstärke auf beide Standorte nicht homogen und nicht flexibel gestaltbar. Die weitaus meisten Eltern bevorzugen den Hauptstandort.“ Unabhängig von den Prognosen beklage die Schulleitung jetzt schon Raumnot in Stich.

Für die KG Don Bosco rechnet die Stadt ab dem Jahr 2020/21 für die folgenden vier Jahre mit so vielen Neulingen, dass die Zügigkeit von drei auf vier erhöht werden müsse. Platz für einen weiteren Raum wäre allerdings nur im Keller. Und im ehemaligen Schulgebäude an der Hehlrather Straße wäre nur dann Platz für vier Klassenräume, wenn der Awo, dem Sozialverband und dem Schachclub die Mietverträge gekündigt würden. Dies sei „die einzige Option“, wenn „man nicht dem ,Check In’ sein Domizil nehmen will“.

Die Zügigkeit der KGS Eduard Mörike werde sich voraussichtlich nicht ändern. Aber: Die Schulleitung habe die Stadt schon gebeten, sich Gedanken über einen Erweiterungsbau zu machen, weil der OGS-Bedarf hoch ist. Möglicherweise wird die ehemalige Hausmeisterwohnung umfunktioniert.

Für die zweizügige GGS Weisweiler sei eine Dreizügigkeit ab 2022/2023 denkbar und „unproblematisch“.

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