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Starke Nachfrage: Als Gewerbestandort eine Topadresse

Starke Nachfrage : Als Gewerbestandort eine Topadresse

Firmengrundstücke in Eschweiler stehen stark in der Nachfrage. Die Stadt erhofft sich jetzt weitere Impulse durch den Nachhaltigkeitspreis.

„Der deutsche Nachhaltigkeitspreis ist schon etwas ganz Besonderes, fast ein Alleinstellungsmerkmal für Eschweiler, das wir vielfältig nutzen“, freut sich Dieter Kamp über die hohe Auszeichnung, die die Indestadt vor kurzem erhalten hat. Kamp ist Leiter der städtischen Fachdienststelle für Wirtschaftsförderung, Liegenschaften und Tourismus. Dass der über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus renommierte Preis nun aber unmittelbar dazu führt, dass ansiedlungswillige Interessenten bei Kamp und seinem Mitstreiter René Schulz die Telefone nicht mehr still stehen lassen, wäre Wunschdenken: „Selbstverständlich lenkt die Auszeichnung breites Interesse auf Eschweiler und wir nutzen sie auch kräftig, um für uns zu werben“, sagt Dieter Kamp, „aber hier gilt wie generell in Sachen Gewerbeansiedlung: Da sind dicke Bretter zu bohren. Wirtschaftsförderung ist ein schwieriges Geschäft.“

Wie nutzt die Stadt den Nachhaltigkeitspreis und die Tatsache, dass auch die Vereinten Nationen Eschweiler immer wieder als Vorzeigekommune hervorheben?

Nicht zuletzt, indem sie frohe Botschaften wie diese bei bereits hier ansässigen Unternehmen verbreitet. „Die haben alle ihre eigenen Netzwerke und machen uns so weithin bekannt“, sagt Kamp. „Wirtschaftsförderung ist keine Einbahnstraße: Wir unterstützen die Firmen, wo wir nur können, und im Gegenzug nutzen die wiederum ihre Kontakte, uns draußen zu präsentieren.“ Und auch bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen - Messen, Konferenzen - komme man über die Auszeichnungen mit Kollegen, Projektentwicklern und Firmenvertretern ins Gespräch und knüpfe wertvolle Kontakte. Zwei Firmen, die im Nachhaltigkeitssektor tätig sind, haben inzwischen ihr Interesse an einer Ansiedlung in Eschweiler bekundet.

Auf der anderen Seite bedeute der Nachhaltigkeitspreis die Verpflichtung der Stadt zu vielen neuen Ideen und Projekten, deren Umsetzung den Eschweiler Bürgern und Firmen zugute kommt.

Und: „Wir haben inzwischen auch Einladungen zu internationalen Konferenzen erhalten, wo andere Kommunen und Institutionen von uns erfahren wollen, wie wir den Nachhaltigkeitsprozess initiiert und entwickelt haben“, berichtet Dieter Kamp. Im Juni reisen Vertreter der Stadt zu einem internationalen Kongress nach Innsbruck. „Und natürlich versprechen wir uns davon weitere gute Kontakte.“

Wie häufig sind Anfragen von Firmen im Rathaus?

Mindestens einmal pro Woche gebe es konkrete Anfragen, sagt René Schulz, aber persönliche, telefonische oder schriftliche Kontakte zu Firmen habe man tagtäglich. Anfragen kommen häufig von Logistikern -- „aber da hat sich herumgesprochen, dass wir da sehr zurückhaltend sind“, sagt Kamp. Die für Logistikunternehmen nötige Fläche steht einfach in einem zu schlechten Verhältnis zur Zahl der entstehenden Arbeitsplätze. Die Firma Hammer, die sich auf dem RWE-Gelände Grachtweg ansiedelt, ist da eine Ausnahme: Sie bringt das Kosmetikunternehmen Babor „im Schlepptau“ mit. Und auch von einer weiteren Firma mit etlichen Arbeitsplätzen ist in diesem Zusammenhang inzwischen die Rede.

Wo präsentiert sich die Stadt mit ihren Immobilien und Möglichkeiten außerdem?

Seit Jahren ist Eschweiler regelmäßig auf der Expo-Real-Messe in München vertreten. Sie ist mit über 2000 Ausstellern und 45.000 Teilnehmern Europas größte Fachmesse für Immobilien und Investitionen. Auf der Expo Real Ende 2017 warb die Stadt - genauer: die Blausteinsee-GmbH -- zum Beispiel um Investoren für ein Hotel am Blausteinsee. Die Gespräche mit Interessenten laufen noch. Im Nachgang zu den Messen gab es immer mal wieder Anfragen von und Kontakte zu großen Unternehmen. „Selbst mit Ikea waren wir so  mal im Gespräch“, so Kamp.

Vertreten ist Eschweiler ab sofort auf der kleineren, aber feinen „Polis Convention“, der Messe für Stadt- und Projektentwicklung Mitte Mai in Düsseldorf. Eine Messe, bei der es nicht nur um Gewerbe-, sondern auch um Wohnstandorte geht. Hier präsentiert sich Eschweiler auf einem gemeinsamen Stand mit der Stadt Aachen. „Wichtig ist, gesehen zu werden und sich bekannt zu machen“, sagt Dieter Kamp.

Wie viele Gewerbeflächen kann Eschweiler überhaupt noch auf den Markt bringen?

An bereitstehenden, zeitnah verfügbaren Flächen ist die Stadt fast ausverkauft. Aber weitere sind in Vorbereitung. So zum Beispiel fast 13 Hektar im Gebiet Am Grachtweg, sieben Hektar Erweiterungsfläche im Industrie- und Gewerbepark (IGP) und drei Hektar an der Langgasse, nahe dem Hagelkreuz.

Im IGP baut derzeit das Dürener Maschinenbauunternehmen Matec. Ein, so Schulz, „mittelständisches Vorzeigeunternehmen“, das hier rund 50 Arbeitsplätze bereithalten will. Und an der Dürwisser Straße eröffnet Ende März eine Niederlassung eines großen Lkw-Herstellers.

Eine Ansiedlung, die weitere Ideen nach sich zieht: Seit der Gesetzesänderung über Ruhezeiten von Lkw-Fahrern, die nicht länger nur noch in ihren Kabinen übernachten dürfen, denken Investoren hier, in unmittelbarer Autobahnnähe, über einen bewachten Lkw-Parkplatz mit Hotel für die Trucker nach

Hat Wirtschaftsförderung nur mit dem Werben um Neuansiedlungen zu tun?

.Keinesfalls, unterstreichen Kamp und Schulz. Hier geht es auch um intensive Kontakte zur bereits heimischen Wirtschaft und darum, Eschweiler Firmen zu helfen, die an ihren bisherigen Standorten aus den Nähren platzen. Da geht es darum, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu ermöglichen.

Die Stadt informiert Interessierte neuerdings mit einem Wirtschsafts-Newsletter per E-Mail, den man über die Stadt-Homepage www.eschweiler.de abonnieren kann. Themen sind neben Flächenangeboten, Neuansiedlungen und  Erweiterungen auch aktuelle Termine und Fördermöglichkeiten. Und natürlich auch geht es auch um  neue Entwicklung in der Folge des Nachhaltigkeitspreises, wie Dieter Kamp betont: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“