Eschweiler: Aldi hat den besten Draht zur Sonne

Eschweiler: Aldi hat den besten Draht zur Sonne

Es ist schon eine riesige Anlage, die das Logistikunternehmen Ziegler auf sein großes Hallendach montiert hat. 8000 Quadratmeter Sonnenkollektoren bringen es auf eine Spitzenleistung von 253.000 Watt - damit ist das Zieglersche Solarkraftwerk das größte der Region. Noch.

Denn inzwischen schickt sich Aldi an, Ziegler gewaltig den Rang abzulaufen.

„Aldi Süd befasst sich seit einigen Jahren intensiv mit den aktuellen technischen Möglichkeiten, alternative Energien zu gewinnen”, betont Uwe Seiler, Geschäftsführer des Aldi-Logistikcenters Eschweiler. „Auf den Dächern einer Vielzahl unserer Logistikzentren und auf Aldi-Süd-Filialen von Mönchengladbach bis Donaueschingen und Regenstauf stehen deshalb Photovoltaik-Module.”

Bisher, so Seiler, stehen circa 60 Solaranlagen auf Aldi-Süd-Filialdächern und darüber hinaus auf mehr als 24 Dächern der Logistikzentren in ganz Mittel- und Süddeutschland - auf einer Fläche von insgesamt über 730.000 qm. Die gigantischen Dachflächen der Logistikcenter - bis zu 48.500 qm - bieten sich dafür geradezu an.

„Eine Solaranlage auf einem Logistikzentrum vermeidet bis zu eine Million Kilogramm an CO2-Emissionen und erzeugt den jährlichen Strombedarf von bis zu 500 Vier-Personen-Haushalten. Die prognostizierte Einspeisung aller Anlagen pro Jahr liegt bei ca. 26 Millionen Kilowattstunden, was dem Verbrauch von rund 8500 Vier-Personen-Haushalten entspricht, und die voraussichtlich vermiedene CO2-Emission aller Photovoltaikmodule beträgt ca. 17,5 Millionen Kilogramm im Jahr”, rechnet Seiler vor.

Eingebunden in diese Konzeption wurde nun auch eine Solaranlage auf dem Hallendach des Logistikzentrums an der Rue de Wattrelos/Ecke Mariadorfer Straße in Eschweiler. In der ersten Phase wurden insgesamt Hallendachflächen von etwa 38.100 qm mit Photovoltaik-Modulen bestückt. In einer zweiten Phase könnten gegebenenfalls weitere ca. 6000 qm Hallendachfläche mit zusätzlichen Modulen ausgestattet werden.

Die nunmehr installierte Solaranlage verfügt über eine Gesamtleistung von einem Megawatt in der Spitze. Die Nennleistung der eingesetzten Module, bestückt mit polykristallinen Solarzellen, beträgt bis zu 190 W pro Modul, insgesamt werden 5258 Module installiert. Die prognostizierte Einspeisung dieser Anlage liegt bei circa 932 MWh pro Jahr, was dem Verbrauch von rund 300 Vier-Personen-Haushalten pro Jahr entspricht. Die vermiedene CO2-Emission dieser Anlage beträgt etwa 650.000 Kilogramm pro Jahr, sprich: 650 Tonnen.

Statische Probleme, die den Bau solcher Anlagen häufig erschweren oder gar unmöglich machen, gab es bei Aldi nicht: „Schon bei der Neubaumaßnahme des Logistikzentrums 2004 wurden statische Reserven in ausreichender Weise berücksichtigt”, so Uwe Seiler.

In Kürze gehts ans Netz

Die eingesetzten Solarmodule mit kristallinen Siliciumzellen erreichen eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren und weisen in diesem Zeitraum keine nennenswerte Leistungsminderung auf. Diese Einschätzung stützt sich auf langjährige Messungen an Anlagen im praktischen Betrieb.

Da zuvor bereits vergleichbare Photovoltaikanlagen auf den Dächern verschiedener Logistikzentren wiederholt errichtet wurden, konnte Aldi bei diesem Projekt auf die gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse zurückgreifen. Mit der Planung des Projektes wurde Anfang 2009 begonnen - noch in diesem Jahr soll die Anlage an das öffentliche Netz angreschlossen werden.

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