Aktion aus Facebook-Gruppe: "Eschstones" reisen durch Eschweiler

Facebook-Aktion : „Eschstones“ reisen quer durch die ganze Stadt

Wer genau hinsieht, hat in den vergangenen Tagen vielleicht schon den ein oder anderen entdeckt: Sogenannte „Eschstones“ sind zurzeit im gesamten Stadtgebiet verteilt. Was es damit auf sich hat? Die bunt bemalten Steine sind Teil einer Facebook-Aktion, die Anja und Simone Weiler in ihrer Kindertagespflegegruppe „Schlumpfenland“ gestartet haben.

Das war vor anderthalb Wochen. Mittlerweile hat die Gruppe schon über 1200 Mitglieder – Tendenz klar steigend.

Hintergrund der Aktion war eigentlich nur eine nette Beschäftigung für die Kinder im Schlumpfenland. „Unsere Tante hat uns von der Idee erzählt, sie kannte das aus ihrem Wohnort“, erklärt Simone Weiler, während sie den sieben Kindern am Tisch beim Bemalen der Steine assistiert. Acrylfarbe und Stifte stehen auf der Basteldecke mit Blumenmuster. Dazwischen sind überall bunte Farbkleckse verteilt, die in allen Tönen des Regenbogens strahlen.

Die Kinder haben Spaß bei ihrer Arbeit, immer wieder verlangen sie nach einer neuen Farbe oder einem neuen Stein, um weitermalen zu können. Diese Begeisterung hatten sich die Schwestern erhofft, als sie mit den Kindern das erste Mal losgezogen sind, um Steine zu suchen. „Für uns ist das eine super Idee, weil es ganz viele Sachen in der Kinderbetreuung verbindet“, sagt Simone Weiler. Man könne nach draußen gehen, kreativ sein und gleichzeitig sowohl den Kindern als auch den anderen Teilnehmern eine Freude machen.

Die Initiatoren der Aktion: Simone und Anja Weiler (v.l.), die den Gründungsstein mit dem Schlumpfhaus zeigen. Foto: ZVA/Caroline Niehus

Denn die Aktion hat sich rasant verbreitet, immer mehr Menschen werden Mitglied in der Facebook-Gruppe. Diese dient dazu, kleine Hinweise auf die Verstecke der Steine zu geben – und stolz ein Foto zu posten, wenn man einen gefunden hat. „Wir haben mit zehn Leuten in der Gruppe gestartet“, sagt Anja Weiler, „dass es in so kurzer Zeit so explodiert, hätten wir nicht gedacht.“ Doch das Prinzip ist denkbar einfach: Steine sammeln, bemalen, verstecken, finden und wieder verstecken.

Deshalb ist es auch für alle Interessierten so leicht, sich der Aktion anzuschließen. „Mittlerweile sind sowohl Kinder als auch Eltern im Fieber“, erzählt Simone Weiler lachend. Das kann man auch in der Bastelstunde sehen. Mit roten und grünen Kitteln ausgestattet, verzieren die Kinder einen Stein nach dem anderen. Sie können es gar nicht erwarten, die Steine am Nachmittag mit ihren Eltern oder Großeltern zu verstecken. „Mithilfe der Facebook-Gruppe kann man seine Steine beobachten und die Reise nachverfolgen“, erklärt sie. Dann erzählten die Kinder stolz, wo ihre Steine schon überall hingewandert sind.

Angefangen hat die Schlumpfenland-Gruppe mit etwa 15 Steinen. „Aber es sind mittlerweile wirklich viele Steine im Umlauf, manche davon richtige Kunstwerke“, weiß Anja Weiler. Sie schätzt grob eine Zahl von etwa 200 Steinen. Sie werden an Bushaltestellen, Spielplätzen oder Parkplätzen versteckt, jeder Ort ist denkbar.

„Wichtig ist, dass sie sichtbar versteckt sind, damit auch Leute sie finden, die zufällig daran vorbeilaufen“, sagt sie. Zu leicht sollte es dann aber doch nicht sein, damit die Steine nicht nach fünf Minuten schon wiedergefunden würden. Wer die Steine zufällig findet, wird auf die Aktion übrigens auf der Rückseite aufmerksam gemacht. Dort ist der Name der Facebook-Gruppe vermerkt.

Keine Grenzen bei Kreativität

Einen weiteren Hinweis hat Simone Weiler für alle Künstler auch noch: „Manche verzieren ihre Steine sogar mit Kulleraugen oder packen sie in Tüten, damit sie vor Regen geschützt sind, aber das ist leider nicht so umweltfreundlich.“ Sie empfiehlt deshalb zum Beispiel Acrylfarbe und eine Versiegelung mit Sprühlack. Aber den Ideen seien eigentlich keine Grenzen gesetzt. „Wir bekommen wirklich tolles Feedback, manche Menschen haben auch schon erzählt, dass sie dadurch ihre kreative Ader entdeckt haben“, erzählt Simone Weiler.

Mitmachen kann also jeder, der ein paar Steine sucht und diese dann bunt bemalt. Auch, wer gerade nicht in Eschweiler ist, lässt sich davon nicht abhalten. In der Gruppe haben schon Familien im Holland-Urlaub Steine versteckt, andere haben die „Eschstones“ nach Stolberg und Elspe gebracht. „Manche Steine sind also schon ausgewandert“, sagt Simone Weiler. Über die positive Resonanz freuen sich die beiden Schwestern besonders. Erstmal haben sie jetzt drei Wochen Urlaub, danach wollen sie mit den Kindern weiter Steine bemalen, verstecken und suchen. Denn Simone Weiler findet: „Je mehr mitmachen, desto mehr Kunstwerke entstehen!“

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