Eschweiler/Stolberg: „aix:Art — Arbeit, Rat und Tat“: von der Bühne aus in einen Job

Eschweiler/Stolberg: „aix:Art — Arbeit, Rat und Tat“: von der Bühne aus in einen Job

Seit Juli wurde fleißig gearbeitet. Texte wurden geschrieben und gelernt, ein Bühnenbild wurde angefertigt, Kostüme zusammengestellt und, und, und. Im Rahmen des Projekts „aix:Art — Arbeit, Rat und Tat“ stellten am Dienstagabend neun Menschen aus Eschweiler und Stolberg ihr eigenes Theaterstück vor: Café Kunsthar(t)z.

Hinter diesem verbergen sich ganz besondere Geschichten. Die Teilnehmer des Projekts sind nämlich keine ausgebildeten Schauspieler, Sänger, Kostüm- oder Bühnenbildner, sondern Langzeitarbeitslose, die auf diese Art wieder eine Beschäftigung finden sollen. Kann dies überhaupt möglich sein? Es kann, sagt Projektleiterin Jutta Steinbusch, von der Defakto-GmbH aus Bochum, die nach der gelungenen Premiere des Theaterstücks Café Kunsthar(t)z berichtete, dass alle Teilnehmer aus Eschweiler und Stolberg in Praktika mit Aussicht auf eine Übernahme vermittelt werden konnten. Doch dazu später mehr.

Besondere Talente

Zunächst sollte es ihr Abend werden. Im Kulturzentrum Talbahnhof zeigten Hilde Konietzny, Jacqueline Clement, Jennifer Konietzny, Benjamin Saß, Jessica Jans, Lucia Jaff, Melany Schmitz und Simone Heide, dass ganz besondere Talente in ihnen schlummern. Vor großem Publikum auftreten? Für die acht Akteure kein Problem. Während sie auf der Bühne glänzten, wurden sie von Teilnehmer Dirk Schumacher an Licht und Ton bestens unterstützt. Er gestaltete auch das Programmheft, das die zahlreichen Besucher am Ende des interessanten Abends als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten.

In dem Theaterstück „Café Kunsthar(t)z“, das die Teilnehmer gemeinsam mit dem Theaterpädagogen und Regisseur Jürgen Albrecht, Regieassistent Robert Seiler und Choreographin Ulrike Hundhausen erarbeiteten und umsetzten, stellten sich die Akteure folgende Fragen: Wie wurde ich, was ich bin, und wie werde ich, was ich will?

Im Café Kunsthar(t)z trafen verschiedene Charaktere aufeinander. Besitzer Klaus, der kein Glück mit den Frauen hat, ist dort ebenso zu Hause wie Kellnerin Olive, die sich mit der Beziehungskrise ihrer besten Freundin auseinandersetzt. Eine Künstlerin malte ihr Bild zuende, während eine Witwe mit ihrem verstorbenen Gatten abrechnete. Am Ende kamen die Schauspieler — trotz einer Anzahl von Problemen — jedoch zu folgender Erkenntnis: „Lasst uns Geschichte schreiben.“

Viel Applaus

Belohnt wurden die Akteure mit besonders viel Applaus, und auch Projektleiterin Jutta Steinbusch war begeistert. Sie hatte dem Publikum bereits vor Beginn des Theaterstücks das Ziel des Projekts mitgeteilt: „Wir möchten, dass die Teilnehmer Arbeit finden, und das machen wir mit Theater.“ Außerdem standen in den vergangenen Monaten noch individuelle Jobcoachings auf dem Programm.

Bis Februar nehmen die neun Akteure noch an dem Projekt teil. Intensivpraktika in den Wunschberufen der Teilnehmer stehen nun auf dem Programm. „Wenn sie sich gut schlagen, besteht die Chance auf eine Übernahme“, so Steinbusch.

60 Teilnehmer

Unterstützt wurde das Projekt nicht nur vom Jobcenter der Städteregion Aachen, sondern auch vom Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW). Insgesamt nahmen 60 Teilnehmer an den drei Standorten Aachen, Alsdorf und Eschweiler am Projekt teil.

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