Eschweiler: Afrikafestival lockt Besucher in die fröhliche Budenstadt am Blausteinsee

Eschweiler : Afrikafestival lockt Besucher in die fröhliche Budenstadt am Blausteinsee

Das war ein wahrhaft kunterbuntes Wochenende, das vor purer Lebensfreude nur so strotzte. Das 7. Afrikafestival erwies sich wieder einmal als absoluter Publikumsmagnet. An beiden Tagen zogen wahre Menschenmassen in Richtung Blau­steinsee, um die Kultur des schwarzen Kontinents kennenzulernen.

Eine etwas andere Welt. Eine bunte, fröhliche und vor allem musikalische Welt. Tanz und Musik spielen in Afrika eine wichtige Rolle als Medium des gesellschaftlichen und spirituellen Ausdrucks und der Kommunikation.

Ein Stand, so kunterbunt wie Afrika. Hier konnte man von der geschnitzten Giraffe bis hin zum Papagei, auch noch viele andere schöne Holzarbeiten erstehen (links). Unterschiedliche Essensstände der verschiedenen Länder Afrikas boten Köstlichkeiten an (Mitte). Diese junge Frau mischte sich unters Volk und bat um Spenden für die phantastischen Einlagen der Akrobaten (rechts). Foto: I. Röhseler

So ging es nach der offiziellen Eröffnung am Samstagvormittag gleich mit Trommel- und Tanzworkshops für Erwachsene und Kinder los, bei denen jeder mitmachen konnte. Ein Angebot, das reichlich genutzt wurde. Wer keine Lust zu trommeln hatte, der konnte es sich auf den Stufen vor der Seebühne gemütlich machen und einfach das bunte Treiben beobachten.

Ein Stand, so kunterbunt wie Afrika. Hier konnte man von der geschnitzten Giraffe bis hin zum Papagei, auch noch viele andere schöne Holzarbeiten erstehen (links). Unterschiedliche Essensstände der verschiedenen Länder Afrikas boten Köstlichkeiten an (Mitte). Diese junge Frau mischte sich unters Volk und bat um Spenden für die phantastischen Einlagen der Akrobaten (rechts). Foto: I. Röhseler

Dazu der Musik lauschen. Dazu reisten unter anderem die Gruppen Zim Band, Otumfuo, Ghana Folklore an den Blausteinsee. Menschen aus Ghana, Benin, Simbabwe, Kenia, Äthiopien, Libyen und anderen Ländern gestalteten das Bühnenprogramm.

Früh übt sich, wer mal ein richtig guter Trommler werden möchte. Die Mädels haben es bereits drauf. Foto: I. Röhseler

Eine besonders atemberaubende Show aus Artistik und rituellen und orientalischen Tänzen begeisterten Jung und Alt. Als dann auch noch ein bunter und fast drei Meter großer Stelzenmann sich unters feierfreudige Volk mischte, hatten insbesondere die kleinen Besucher ihren Spaß. Selbstverständlich konnten die Besucher auch exotische Speisen aus den verschiedenen afrikanischen Ländern kosten.

Giraffe, Papagei, Zebra & Co

Authentisches Kunsthandwerk, bunte Kleidung, Holzschnitzereien, bunte Taschen und vieles mehr machten große Lust auf einen Einkaufsbummel durch die bunten Gassen.

Bis in den späten Samstagabend wurde am Blausteinsee gefeiert. Nachdem die Besucher ein zweites Mal Auszüge aus der Show Jabula Africa Circus bewundern konnten, stand die Dschungelnacht-Party an, bei der viel und ausgelassen getanzt wurde. Und nicht nur die Afrikanerinnen ließen eindrucksvoll ihre Hüften kreisen, auch die Besucher versuchten sich im orientalischen Tanz. Und so manch einer machte seine Sache gar nicht schlecht.

Als ein Hingucker erwies sich auch der Waterman (Winston Carter aus Liberia): Er schüttete innerhalb kürzester Zeit viereinhalb Liter Wasser in sich hinein, um die Flüssigkeit dann in Fontänen wieder auszuspucken. Eine große Limbo- und Feuershow und das Afrika-Tanz-Finale aller Artisten rundeten den gut besuchten Samstagabend ab.

Den Sonntag eröffneten die Veranstalter des Festivals — der Verein Afrika e.V., der für das Festival in Eschweiler mit Kulturmanager Max Krieger kooperierte — mit einem Gottesdienst, der von einem Gospelchor musikalisch begleitet wurde. Und dann reihten sich die Programmpunkte wieder aneinander: Mit dabei eine Folklore- und Musikgruppe aus Ghana namens Spirit of dance, die Zim Band mit Marimba & Mbira-Klängen, Moushina, einer Sängerin aus Togo, mit Schala (Orientalischer Tanz), mit der Karim Camara Band und der Samba-Percussion-Gruppe Samba Candela.

Fruchtbarkeitstänze

Und natürlich lieferte auch der Jabula Africa Circus wieder eine perfekte Bühnenshow ab. Athletisch gebaute Akrobaten präsentierten Kunststücke, und rituelle Kriegs- und Fruchtbarkeitstänze versetzten die Besucher ins über 7000 Kilometer (Luftlinie) ferne Afrika.

Als Michael-Jackson-Double agierte Laurence Otoo und erhielt genauso wie die anderen Künstler einen Riesenapplaus.

Dass Kleidung aus Afrika längst mehr zu bieten hat als die typischen Ethnoprints, bewies eine Modenschau am Sonntagnachmittag. Am Abend präsentierten dann die Limbotänzer und Feuerspucker nochmals ihr beeindruckendes Können. Und auch Waterman ließ die Wasserfontänen ein weiteres malaus seinem Mund sprudeln, bevor zum großen Finale nochmals alle Artisten und Tänzer die Bühne bevölkerten und das erfolgreiche Afrikafestival ausklingen ließen.

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