Ärger um Eschweiler Faktor-X-Siedlung

Bauherr handelt juristisch korrekt : Faktor-X-Siedlung: Stadt genehmigte Bau der Gasleitung

Die Faktor-X-Siedlung „Neue Höfe“ in Dürwiß gilt als Vorzeigeobjekt. Immer mehr zeichnet sich bei dem Pilotprojekt jedoch ab, dass die Vorgaben für dieses Baugebiet juristisch nicht eindeutig festgezurrt wurden. Wie sich herausstellte, ging der Hauseigentümer juristisch korrekt vor, als er den Anschluss von sieben Häusern ans Gasnetz beantragte.

Theoretisch hätten sogar alle Haushalte in der Siedlung mit Gas versorgt werden können, obwohl dies eigentlich dem Faktor-X-Gedanken widerspricht. In solchen Fällen zählen die üblichen Konzessionsverträge zur Energieversorgung innerhalb einer Stadt. In diesem Fall war der Konzessionsträger die Regionetz GmbH.

Im Rathaus war das Vorgehen entgegen der Aussage des Technischen Beigeordneten Hermann Gödde bekannt. Am Planverfahren für die Gasleitung ins Gebiet „Neue Höfe“ war das Tiefbauamt beteiligt. Dies wurde von mehreren Stellen bestätigt. Allerdings wurde in der Verwaltung recht schnell deutlich, dass man keine juristischen Mittel zur Verfügung hat, gegen die Gasanschlüsse vorzugehen. Gödde räumte im Gespräch mit unserer Zeitung ein, dass man Vorgaben wie die gewünschte Form der Heizung bei weiteren Faktor-X-Siedlungen in Zukunft im Kaufvertrag regeln wolle.

Schon vorher war es zu Unstimmigkeiten gekommen, weil Hauseigentümer konventionelle Betondecken gießen ließen. Auch dies widerspricht den Plänen der Faktor-X-Siedlung. Am Montag erhält die Stadt Eschweiler offiziell den Nachhaltigkeitspreis. In der Begründung der Jury wird ausdrücklich auch auf die ressourcenschonende Bauweise in der Faktor-X-Siedlung hingewiesen. Eine weitere soll am Vökelsberg enstehen.

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