Eschweiler: 400 Mädchen und Jungen verfolgen weihnachtliches Puppentheater

Eschweiler: 400 Mädchen und Jungen verfolgen weihnachtliches Puppentheater

Das Puppentheater zu Weihnachten ist bereits Tradition in Eschweiler. Und auch in diesem Jahr lud das Jugendamt erneut einen Puppenspieler nach Eschweiler in den Talbahnhof ein. Volker Schrills reiste mit seinen Puppen und einer verzaubernden Weihnachtsgeschichte im Gepäck an, um viele Kinder zu begeistern. Über 400 kleine Gäste schauten in fünf Vorstellungen die Geschichte von „Bellos erste Weihnacht.“

Schon als das Licht ausging, rutschten die Kinder aufgeregt auf ihren Bänken hin und her und konnten den Beginn gar nicht erwarten. Dann ging endlich das Licht an und die erste Puppe betrat die Bühne. Es war Oma Friedchen, die die Kinder begrüßte und ihnen erklärte, dass sie noch einiges für das Weihnachtsfest mit Bello vorbereiten müsse. Zu Beginn etwas verwirrend, war später klar, dass Bello kein Hund, sondern ein kleines Schwein war. Doch bevor Oma dazu kam, das fest vorzubereiten, musste sie sich noch mit Igel Willi auseinandersetzen, der ständig aus seinem Laubhaufen kam und auch Weihnachten feiern wollte. „Du musst Winterschlaf halten, sonst erfrierst du!“, erklärte Oma und schickte Willi erneut in seinen Laubhaufen. Doch der kam von Neuem heraus und beharrte: „Oma ich will mit Weihnachten spielen! Mir ist noch gar nicht kalt und ich bin auch noch nicht müde!“

Doch Oma Friedchen ließ sich nicht erweichen und brachte Willi zurück in seinen Laubhaufen, wo sie ihn liebevoll zudeckte. Der kleine plüschige Willi, der immer wieder aus seinem Laubhaufen kam, verzückte die Kinder, doch Oma ging nun ins Haus und ein schönes Schattenspiel begann auf der Bühne. Während Oma Friedchen erklärte, dass sie noch einiges basteln müsse, bevor das Weihnachtsfest mit Bello beginnen konnte, sah man auf der Bühne hinter einem Fenster mit Vorhängen den Schatten der Oma und wie sie mit einer Säge arbeitete. Dann tauchte plötzlich Bello auf und wollte wissen, was die Oma dort tut. Aber die Überraschung wollte die alte Frau auf keinen Fall verraten und schickte Bello kurzerhand in den Garten. Nun war Bello neugierig und wurde auch von den Kindern immer wieder aufgefordert, doch einmal durchs Fenster zu schauen. Oma Friedchen bemerkte es jedes Mal und so hatte Bello keine Chance und blieb trotzig im Garten zurück.

Von dem Lärm wurde Willi wieder hervorgelockt und Bello bat ihn, doch gemeinsam mit ihm zu warten, damit es nicht so langweilig sei: „Außerdem verschläfst du ja Weihnachten, da verpasst du doch das Beste!“ Doch Willi hatte von Oma gelernt, dass er „winterschlafen“ musste und verkroch sich wieder.

Und dann rief die Oma Bello zum Fest. Etwas zögerlich trat dieser ins Haus und sah dann, dass die Tiere gar nicht echt, sondern aus Holz waren und er fragte, was die Tiere mit Weihnachten zu tun hätten. „Der Esel hat Maria und das Kind auf der langen Reise auf seinem Rücken getragen“, erklärte Oma. „Und der Ochse gab seine Futterkrippe, um das Jesuskind hinein zu legen. Schließlich gab das Schaf seine Wolle, damit dem Kind warm war.“ Plötzlich wollte Bello nicht mehr Weihnachten feiern, denn „da hat ja gar kein Schwein mitgeholfen!“ Er lief in den Garten und weckte erneut Willi. Die Oma hatte derweil eine Idee, doch davon bekam Bello nichts mit, denn als er mit Willi sprach, zog ein Sturm herauf und der kleine Igel begann zu frieren. Bello musste ihn retten und brachte Willi ins warme Haus, wo er ihn in die Krippe legte.

Und dann war das kleine Schwein doch bereit für Weihnachten und Geschenke. In Bellos großem Paket versteckte sich ein Holzschwein, das nun mit zum Krippenspiel gehörte und Willi bekam einen Igel. Erfreut und gerührt bastelten Willi und Bello auch noch ein Geschenk für Oma Friedchen: Einen Weihnachtsstern. Und während die beiden den Stern schenkten, sangen sie für die Oma „Einen Stern, der deinen Namen trägt.“ Jetzt war das Krippenbild komplett und gemeinsam mit den Kindern aus dem Publikum stimmten sie noch ein „richtiges Weihnachtslied“ an.

Die Kinder durften nach der Vorführung Volker Schrills, Oma Friedchen und Bello begrüßen und den Puppen die Hand geben. Für die Kleinsten ein aufregendes Erlebnis. Olaf Tümmeler vom Jugendamt der Stadt Eschweiler war begeistert: „Es war wiedermal einfach toll!“, sagte er und sprach gleichzeitig seinen Dank an Walter Danz aus, der dem Jugendamt für diese Veranstaltung immer wieder den Talbahnhof zur Verfügung stellt.

„Dann habe ich Spaß“

Und auch Nicole Hillemacher von der Mobilen Jugendarbeit bestätigte: „Es ist immer wieder toll, wie die Kinder zu begeistern sind.“ Das Puppentheater bringt zudem noch einen Vorteil mit sich, weiß Tümmeler: „Bei dieser Art des Theaters wird neben der Geschichte auch die Fantasie der Kinder angeregt und das ist etwas Großartiges.“ Damit das auch Kinder der Familien erleben dürfen, denen es nicht so gut geht, hatte der Lions-Club Eschweiler bereits im zweiten Jahr die Karten für die letzte Vorstellung gespendet. Über das Netzwerk Flügelschlag wurden diese Karten dann an bedürftige Kinder weitergegeben.

Volker Schrills vom Theater blaues Haus freut sich jedes Mal, wenn er merkt, dass die Kleinen „mitgehen“. „Wenn sie kluge Sachen einwerfen und bei den Figuren sind, habe ich Spaß“, verriet der Puppenspieler. Sein Stück von „Bellos erster Weihnacht“ war übrigens selbst geschrieben. „Wichtig war, dass das Christentum als Stammkultur ersichtlich bleibt, aber dass die Weihnachtsgeschichte auch kulturübergreifend funktioniert“, erklärte er.

(kaba)