Eschweiler: 20 Millionen Euro landen im Automaten

Eschweiler : 20 Millionen Euro landen im Automaten

Wieviele Geldspielautomaten in Eschweilers Kneipen und Spielhallen hängen, das weiß Kämmerer Stefan Kaever aus dem Stand nicht zu sagen. Tatsache aber ist, dass das vielzitierte Kneipensterben keineswegs dazu geführt hat, dass die Zahl der Automaten Richtung Bedeutungslosigkeit gesunken sei.

Ganz im Gegenteil: Die Summe, die Kneipen- und Spielhallenbesucher in diesem Jahr in die Schlitze der Geldspielgeräte geworfen haben, erscheint geradezu unglaublich: Fast fünf Millionen Euro, so erklärt Stefan Kaever auf unsere Anfrage, sind dies. Pro Quartal! Alles in allem knapp 20 Millionen Euro!

Eine Summe, von der die Stadt ein ansehnliche Summe abhaben möchte. Und zwar 616.000 Euro, 70.000 Euro mehr als bisher.

Möglich wird dies durch eine Änderung der Besteuerung. Bisher kassiert die Stadt 13 Prozent Vergnügungssteuer vom Einspiel-Ergebnis — dem Ergebnis nach Abzug ausgeschütteter Gewinne, Falschgeld etc. also. „Das wollen wir jetzt umstellen auf 3,5 Prozent vom Spieleinsatz“, sagt Kaever.

Den kann die Stadt nun genau beziffern: Seit diesem Jahr nämlich müssen alle auf dem Markt befindlichen „Groschengräber“, wie die Dinger einst hießen, über eine spezielle Vorrichtung zur Ermittlung der Summe verfügen, die im Laufe des Jahres eingeworfen wurde. Anhand der vorzulegenden Zählwerk-Ausdrucke stellt die Stadt dann Gesamtsumme und Steuerbetrag fest.

Der Stadtrat soll dieses, auf einer Empfehlung des Städte- und Gemeindebundes basierende Verfahren im Dezember beschließen, schlägt die Verwaltung vor. Etwas anderes als ein einstimmiges „Ja“ durch den Rat ist wohl kaum zu erwarten.

Dass es ausschließlich Indestädter sind, die in der Hoffnung auf den großen Gewinn fast 20 Millionen Euro im Jahr in die Geldspielautomaten werfen, bezweifelt Stefan Kaever. Gerade die größeren Spielhallen, von denen es hier in Eschweiler eine Handvoll gibt, würden bevorzugt von auswärtigen Spielern besucht. Dem Stadtsäckel kann‘s egal sein.

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