Zweites Abschlusskonzert der Eifel Musicale

Klein aber fein : Die zehnjährige Pianistin Soley Blümel begeistert

Dass bei Musikfestivals ab und zu einmal etwas „schief gehen“ kann, ist keine Neuigkeit. Auch der „Eifel Musicale“ ging es jetzt so.

In der vergangenen Woche musste der Trossinger Musikprofessor Tomislav Baynov seinen Meisterkurs bei der „Eifel Musicale“ wegen eines Unfalls kurzfristig absagen. Da aber die ganz junge Pianistin Soley Blümel aus der Nähe von Wien den Kurs und die Reise nach Monschau bereits geplant und gebucht hatte, entschloss sie sich kurzerhand, zusammen mit ihrer Mutter trotzdem anzureisen. Die Tage im Eifelstädtchen verbrachte sie dann bei intensiven Studien und Proben mit den Initiatoren des Festivals, Xin Wang und Florian Koltun, selbst. Und das abgekürzte Abschlusskonzert am Donnerstag mit ihrem Kürprogramm – gedacht auch für einen anschließenden Wettbewerb in Brüssel – absolvierte sie mit beachtenswerter Bravour.

Die Sicherheit und Souveränität des eben noch zehnjährigen Mädchens beeindruckte die kleine Zuhörerschaft zutiefst. Auffällig war, dass bei Soley keineswegs das rein technische Können im Vordergrund stand. Man spürte deutlich heraus, dass es der jungen Dame vor allem um die Freude und die Aussagekraft der Musik selber ging. So gingen ihr auch die schwierigeren Passagen, etwa bei einer Fuge von Bach oder einer Etüde von Chopin, bewundernswert leicht von der Hand. Besondere Höhepunkte waren dann die Arabeske op. 18 von Robert Schumann und eine Toccata aus dem Jahre 1951 des rumänischen Komponisten Paul Constantinescu, die von Soley mit Musikalität und Temperament vorgetragen wurden.

Sicherlich wird man von Soley Blümel, der eine musikalische Karriere als Pianistin vorschwebt, noch viel hören. Und man darf der „Eifel Musicale“ und ihren Initiatoren dankbar sein, auf diese Weise Einblick zu erhalten in die musikalische Entwicklung junger Menschen und die Zukunft der klassischen Musik überhaupt, um die man angesichts vieler Talente, wie sie auch schon im ersten Abschlusskonzert des Festivals zu hören waren, offenbar keine Sorge zu haben braucht.

Was die Eifel selbst betrifft, so ist der Ansatz von Florian Koltun und Xin Wang unbedingt hervorzuheben, dass es darauf ankommt, auch die sogenannte „Provinz“ als Resonanzfeld für die klassische Musik zu erobern. Dabei hat, nach der „Philosophie“ der beiden Künstler und Kulturmanager, klassische Musik gerade auch eine wichtige gesellschaftliche Funktion, indem sie die geistigen Werte vergegenwärtigt, auf denen unsere Gesellschaft beruht.

Von den kulturellen Aktivitäten der letzten Jahre profitiert vor allem die Stadt Monschau. Das Eifelstädtchen wird mehr und mehr als bedeutender kultureller Standort wahrgenommen. Und infolge der Meisterkurse, wie sie im Rahmen der „Eifel Musicale“ stattfinden und in einem dritten Abschlusskonzert am 1. Mai in der evangelischen Stadtkirche ihren Höhepunkt finden werden, wird in den Biographien zukünftig bedeutender Künstler, wie etwa der jungen Soley Blümel, auch die Stadt Monschau einen bemerkenswerten Platz finden.

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