Zweimal ausverkauft beim Theater Kunterbunt

„Viel Radau auf Burg Monschau“ : Zweimal ausverkauft beim Theater Kunterbunt

Das „Theater Kunterbunt“ meldete am Wochenende zweimal „ausverkauft“. Mit seiner Komödie „Viel Radau auf Burg Monschau“ unterhielt es seine Besucher im Musik- und Kulturzentrum auf das Allerbeste.

Das selbst erdachte Stück war gespickt mit Wortwitz und Lokalkolorit.

Man fühlt sich ins Mittelalter zurückversetzt, als Walram II. Herr in Montjoie ist. An seiner Seite regiert Jutta, die Domina von Montjoie. Das Herrscherpaar wurde trefflich von Martin Wagemann und Petra Jollet dargestellt: Er, der herrsch- und geltungssüchtige Burgherr, und sie ein wenig raffiniert und eitel. Dabei fehlt nie der hintersinnige Humor: Um endlich schwanger zu werden, wendet die Domina kalte Umschläge mit Laufenbachwasser an!

Simon Braun mimt den „Scheel“, den Wachhabenden auf dem Turm des Monschauer Haller; er kündigt Ankömmlinge an und ist dabei militärisch-zackig und so todernst, dass es schon wieder komisch wirkt. Hildegard, das Burgfräulein vom Königshof Conzen (Mandy Präkels), tritt mit einem rhythmischen Tanz auf, der ihr sofort Szenenapplaus einbringt. Sie hat Fritten mitgebracht, damit können die Burgbewohner gar nichts anfangen – und die Mayonnaise ist noch nicht erfunden. Der Hofnarr Tilli (Mara Offermann) macht eigentlich immer nur Quatsch; wie es seine Aufgabe ist, nimmt er die Dinge nicht richtig ernst. Auch ein Burggespenst (Norbert Baartz) taucht auf, das in den Nächten mit gruseligen Geräuschen sein Unwesen treibt.

So zeichnet das lustige Stück ein Bild des mittelalterlichen Monschau, immer wieder mit Anspielungen auf die Nachbarn und witzigen, parodistischen Szenen. Das Besondere: Im Theater Kunterbunt spielen Menschen mit und ohne Handicap zusammen; sie wählen ihre Rollen selbst aus und improvisieren mitunter nach ihrer Fantasie. Der Handlungsstrang wird verfolgt, aber die Dialoge sind nicht festgelegt. So gibt es immer wieder Überraschungen, und das Publikum staunt nicht schlecht über die Talente, die zutage treten. Was sich dabei die Regie (Ingrid Wiederhold) alles ausgedacht hat an origineller Musikuntermalung, wie die Technik (Tim Gillessen und Julia Huppertz) mit Beleuchtung, ein bisschen Nebel und Geräuschen Effekte erzielte – das war professionell.

In dem Stück kommt es zur Bedrohung durch die Limburger. „Nieder mit den Käsköppen“ rufen Wilhelm der Dritte und Wilhelm der Vierte. Die Beiden (Dirk Winter und Ingrid Wiederhold) sind völlig gleich gekleidet, machen alles gemeinsam, sprechen immer langsam und deutlich und absolut synchron – ein zusätzlicher Gag. Sie geraten mit ihrem Gebieter Walram (auf putzigen Spielzeugpferdchen) in ein Schlachtengetümmel, das sich im Nebel abspielt, so dass sie den Gegner nicht sehen und ihn natürlich auch nicht treffen! Auch die Äbtissin von Reichenstein (Annemie Stollenwerk), eine frömmelnde Nonne, spielt mit Triene (Brigitte Palm), ihrer resoluten Gehilfin, eine wichtige Rolle. Die Beiden überzeugen Richard Löwenherz (Sarah Padiglia), einzugreifen und den Kampf der Monschauer zu unterstützen.

Die Lösung für das bedrohte Monschau bringt Christo, der Verhüllungskünstler. Völlig aus der Zeit gefallen, taucht der exzentrische Künstler auf (Simon Braun mit wirrer Perücke), lässt die Gebäude verhüllen, und die Limburger können nichts ausrichten. Monschau ist gerettet; und weil König Löwenherz so beherzt eingegriffen hat, wird kurzerhand der Lions-Club Monschau gegründet!

Mit herzlichen Dankesworten wandte sich die Regisseurin Ingrid Wiederhold an ihr Team: „Es war mir wieder eine Freude, mit Euch zu arbeiten.“ Sie erwähnte alle Aktiven, dankte für die Betreuung aus dem Konzener Theaterverein, wobei sie Rudolf Huppertz hervorhob, und die Unterstützung durch den Mützenicher Theaterverein. Andrea Hein, die Leiterin der KoKoBe Eifel, drückte ihre Freude aus über die beiden gelungenen Theaterabende und ihre Vorfreude auf nächstes Jahr, wenn es dank Sponsoren wieder eine solche Möglichkeit geben wird. Dr. Ulrich Albert vom Lions-Club Monschau sagte: „Ich bin begeistert von diesem Theaterabend und von dieser originellen Truppe. Wir haben das Projekt gern unterstützt.“

(ale)