„Lustigster Krimiautor Deutschlands“: Zwei Rucksacktouristen verschwinden in Ralf Kramps neuem Roman

„Lustigster Krimiautor Deutschlands“: Zwei Rucksacktouristen verschwinden in Ralf Kramps neuem Roman

Das muss man ihm lassen: Ralf Kramp hat schon ein ganz besonderes Händchen für die Inszenierung dramaturgischer Effekte.

So setzte der Kriminalschriftsteller und jahrzehntelange Regisseur des Münstereifeler Schüler- und Studententheaters „Kneekebrott und Spiele“ die Vorstellung seines jüngsten Kriminalromas „Aus finsterem Himmel“ in Bad Münstereifel-Esch im Hinterhof der Zimmerei Matthias Linden in Szene.

Und das lag weder an allen möglichen landwirtschaftlichen und handwerklichen Geräten auf dem geräumigen Wirtschaftshof, noch am dräuenden Firmament: Stars für Buch, Autor und die aus der ganzen Eifel angereisten Pressefotografen waren vielmehr die Mitglieder einer kleinen Herde amerikanischer Präriebisons im Hintergrund, die Linden sein Eigen nennt.

Vor Jahren, zu Zeiten der BSE-Krise, sattelte der Zimmermann und Landwirt von „normalen“ Fleischrindern auf Bisons um. Rendite hat er zwar noch keine erwirtschaftet, weil er die ersten drei Prärierinder aus Sachsen-Anhalt erst einmal auf aktuell neun vermehren musste.

Doch im kommenden Jahr 2019 sind die ersten Schlachtungen geplant. Interessenten für das delikate Fleisch, über dessen Vorzüge schon Karl May in „Winnetou I“ berichtete, stehen zu Hauf auf der Matte. Eifel-Bisons kommen auch in Ralf Kramps neuem Roman „Aus finsterem Himmel“ vor, der allerdings nicht in Bad Münstereifel-Esch, sondern in Blankenheim-Reetz angesiedelt ist.

Unwesen des Ginstermännchens?

Dort lebt „der Marshal“, der John-Wayne- und Westernfan ist und nach einem USA-Besuch seinen Bauernhof zur Ranch verwandelt und unter anderem auch mit der Haltung und Zucht von Bisons anfängt. Auf einem Campinggrundstück werden unversehens zwei junge Rucksacktouristen verschleppt und möglicherweise ermordet — womit in Ralf Kramps neuestem Krimi die Verwicklungen beginnen.

Zunächst glaubt man, das „Ginstermännchen“, eine schaurige Spukgestalt, die Ralf Kramp höchstselbst der reichen Eifeler Sagenwelt hinzugefügt hat, habe das Pärchen auf dem Gewissen. Doch dann kommen der aus sieben Vorgängerromanen Kramps bekannte Herbie Feldmann und sein Alter Ego Julius den wahren Hintergründen nach und nach auf die Spur.

Ralf Kramp, Jahrgang 1963, gehört mittlerweile neben dem mit ihm befreundeten und von ihm verlegten Jacques Berndorf alias Michael Preute zur Meisterklasse des Eifel-Krimis. Für seinen Debütroman „Tief unterm Laub“ erhielt Kramp 1996 den Eifel-Literatur-Förderpreis, während Altmeister Berndorf den Hauptpreis einheimste.

Die Presse nennt den Nachwuchskrimischreiber von damals längst „Kurzkrimi-König“, und das Festival „Mord am Hellweg“ preist ihn als den „lustigsten Krimiautor Deutschlands“. Unter dem Titel „Blutspur“ veranstaltet Kramp Krimiwochenenden in der Eifel, bei denen hartgesottene Krimifans ihr angelesenes „Fachwissen“ bei einer Mördersuche in die Tat umsetzen können.

Im Jahr 2002 erhielt er den Kulturpreis des Kreises Euskirchen, 2009 die Herzogenrather Handschelle. Seit 2007 leitet Ralf Kramp mit seiner Frau Monika das „Kriminalhaus“ in Hillesheim, mit dem „Krimi-Café Sherlock“ und dem „Deutsche Krimi-Archiv“ mit etwa 30.000 Büchern.

Ralf Kramp: „Aus finsterem Himmel“, Taschenbuch, 252 Seiten, ISBN 978-3-95441-417-8, 12 Euro (D), e-book ISBN 978-3-95441-4526-0.

(pp)
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