Zeitungsleser unternehmen Ausfahrt mit Oldtimer-Traktoren

7 x Sommer-Aktion : Mit alten Treckern die Langsamkeit erfahren

Beim Start klingt der Motor des alten Porsches ein wenig wie der Husten eines starken Rauchers am frühen Morgen. Schwarz-blaue Wolken kommen aus dem Auspuff, dann ist der alte Trecker da und verkündet mit lautem Tack-Tack-Tack, dass noch eine Menge Leben in ihm steckt.

Wenig später sind auch der andere Porsche, ein Fendt Dieselross, ein alter Hatz, ein Kramer-Trecker und die beiden Deutz-Traktoren startklar, und unsere Lesertour, zu der unsere Zeitung im Rahmen der Aktion „7xSommer“ eingeladen hat, kann losgehen.

Einige unserer Leser hatten jetzt die Gelegenheit, hinter dem Lenkrad eines alten Treckers sprichwörtlich die Langsamkeit dieser Gefährte zu erfahren und die abwechslungsreiche Landschaft rund um Mützenich und Kalterherberg zu genießen. Möglich gemacht haben das Thomas und Angela Steffens von „Eifeltrecker“.

Der Chef fährt vorne und gibt die Richtung vor. Die Chefin bildet das Schlusslicht und achtet darauf, dass niemand verloren geht. Vom Kapellenweg in Mützenich geht es mit 15 km/h zunächst über Feldwege und dann über die Reichensteiner Straße nach Kalterherberg. Wer noch nicht auf dem Fahrersitz Platz nehmen darf, muss sich gut festhalten. Stoßdämpfer haben die alten Traktoren nämlich nicht, sie werden lediglich über die Luft in den Reifen gefedert, so dass man als Beifahrer nahezu jede Unebenheit zu spüren bekommt und ordentlich durchgeschüttelt wird. Darauf hat Thomas Steffens vor dem Start der Tour hingewiesen und eine Reihe von Tipps gegeben, wie sich ein solcher Oldtimer am besten fahren lässt.

Vor dem Start der Tour gibt es eine Reihe von Tipps, wie sich ein solcher Oldtimer am besten fahren lässt. Foto: Andreas Gabbert

Im Prinzip ist fast alles wie beim Auto, aber eben nur fast. Es gibt einige Hebel mehr, mit denen zum Beispiel das Mähwerk bedient werden kann. Unsere Leser sind aber nicht zum Mähen gekommen, sondern zum Fahren, deshalb brauchen sie auf so etwas nicht zu achten. Etwas ungewohnt ist am Anfang, dass es zwei Bremspedale gibt, und dass das Gaspedal etwas unterhalb davon angesiedelt ist. Aber auch das ist kein Problem. Das Kuppeln und Schalten funktioniert auch wie beim Auto, nur etwas langsamer und angefahren wird im vorletzten Gang. Das Zurückschalten während der Fahrt ist nicht ratsam, die Getriebe sind nämlich nicht synchronisiert. Eine Servolenkung gibt es natürlich auch nicht, dafür ist einiges Spiel in der Lenkung, und Bremsen gibt es auch nur an der Hinterachse.

Vom Kapellenweg in Mützenich ging es mit 15 km/h zunächst über Feldwege und dann über die Reichensteiner Straße nach Kalterherberg. Foto: Andreas Gabbert

Da die kleine Traktor-Kolonne ein echtes Verkehrshindernis ist, sind unsere Leser überwiegend auf asphaltierten oder betonierten Feldwegen unterwegs. Auf den Straßen wird ausreichend Platz zwischen den Fahrzeugen gelassen, so dass die Autos besser überholen können. Viele Menschen, die die alten Traktoren bemerken, bleiben stehen und müssen bei diesem Anblick unwillkürlich lächeln, einige winken den Fahrern auch freundlich zu.

Als sie in Kalterherberg am Biofrischmilchrastplatz am Hof Breiterscheid ankommen und eine kleine Rast einlegen, strahlen die Gesichter der Teilnehmer. „Das ist sehr entschleunigend und mit Blick in die Natur wohltuend für die Seele“, sagt Peter Laufs aus Raeren. Auch Norbert Sauer aus Aachen ist begeistert. „Wir haben schöne Ecken entdeckt, die man sonst nicht sieht“, meint er. „Das ist entspannend und einfacher als gedacht“, unterstreicht Franz Swoboda aus Alsdorf. Ein anderer Teilnehmer aus der Gemeinde Roetgen kennt zwar die Eifel, abseits der Straßen hat er sie aber so noch nicht erlebt. „Ich habe heute das Monschauer Land von seiner schönsten Seite erlebt“, sagt auch Franz Ritz aus Jülich. Und für Gerd Wildrath aus Vossenack ist klar: „Wenn schon kein Porsche-Auto, dann ein Porsche-Trecker.“

Da so eine kleine Traktor-Kolonne ein echtes Verkehrshindernis ist, waren unsere Leser überwiegend auf asphaltierten oder betonierten Feldwegen unterwegs. Foto: Andreas Gabbert

Frisch gestärkt geht es anschließend ganz gemächlich wieder zurück nach Mützenich zum Ausgangspunkt. Am Ende sind alle Teilnehmer der Tour auf ihre Kosten gekommen und treten glücklich und zufrieden mit dem Auto den Heimweg an. Eines ist für alle klar: „Das war nicht das letzte Mal.“

Die Teilnehmer erlebten die Eifel auch abseits der Straßen und genossen den Blick in die Natur. Foto: Andreas Gabbert
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