Zeitumstellung: Auswirkungen in der Nordeifel

Zeitumstellung : Wenn wieder an den Uhren gedreht wird

Die Zeit läuft, denn in der Nacht zum Sonntag werden die Uhren um 3 Uhr wieder eine Stunde zurückgestellt. Damit endet die Sommerzeit, und die Winterzeit beginnt. Auch in der Nordeifel hat die Umstellung mal mehr, mal weniger große Auswirkungen.

Licht und Dunkelheit bestimmen die innere Uhr - also wann Menschen wach und wann sie müde werden. Die wenigsten können sich jedoch nach diesem natürlichen Rhyhtmus richten. Auch Andreas Neuß, Konditor- und Bäckermeister in Imgenbroich, muss bereits um 3 Uhr in der Backstube stehen. Dann ist es draußen noch stockdunkel. Die Zeitumstellung bereitet ihm allerdings keine Probleme.

„Ich habe mich nach ein paar wenigen Tagen schon wieder daran gewöhnt“, sagt er. „Wir haben ohnehin ein sehr junges Team. Da stecken eigentlich alle die Zeitumstellung gut weg.“ Neuß selbst könnte trotzdem gut auf eine Umstellung verzichten. Er tendiere aber eher zur Sommerzeit, weil es dann länger hell sei und man die Abendstunden genießen könne.

Häufige Anpassungsstörungen

Bei vielen Menschen gerät der Tagesrhythmus durch die Zeitumstellung aber auch durcheinander. Betroffen sei dabei hauptsächlich das vegetative Nervensystem, erklärt Dr. Bernhard Jung, der seine Praxis in Simmerath hat. Menschen klagten nach der Umstellung häufig über Anpassungsstörungen des Schlafrhytmus und der Verdauung, Kreislaufbeschwerden und Verstimmungen. „Das kann sich bis zu sechs Wochen ziehen“, sagt Jung. Während dieser Zeit suchten Patienten nachweislich öfter Ärzte auf und es komme vermehrt zu Rettungsdiensteinsätzen.

Wildtiere hingegen leben trotz Zeitumstellung weiter nach ihrer biologischen Uhr. Statt auf Stunden- und Minutenzeiger, reagieren sie auf Licht und Dunkelheit sowie die Temperatur. Ihr Verhalten ändert sich aufgrund der Zeitumstellung nicht. „Wichtig ist jedoch, dass Autofahrer jetzt aufpassen müssen, vor allem auf den Landstraßen, an Feldern und in Waldgebieten“, erklärt Günther Plum, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Aachen. Die Tiere seien zu ihrer gewohnten Zeit, die sich nach der Dämmerung richte, unterwegs. „Wird es also morgens früher hell und abends früher dunkel, ist auch das Wild früher unterwegs. Das kann mit dem Berufsverkehr kollidieren.“

Außerdem weist er darauf hin, bei Unfällen mit Wild die Polizei zu verständigen. „Zum einen wegen der Versicherung, zum anderen wird dann auch der zuständige Jäger informiert, der sich dann darum kümmert, totes Wild abzuholen oder verletzte Tiere zu suchen“, erklärt Plum.

Sternenhimmel

Laut Harald Bardenhagen, Betreiber der Sternwarte im Sternenpark Nationalpark Eifel, ist die Zeitumstellung längst überholt. Für ihn sprechen viele Aspekte gegen die Umstellung. „Dadurch wird die soziale Zeit von der biologischen Zeit getrennt“, sagt er. Statt sich an Helligkeit und Dunkelheit zu orientieren, würden wir uns an der Uhr orientieren. Für ihn sei eine Abschaffung richtig und wichtig. Er favorisiere die Winterzeit, weil das „die Normalzeit ist, die synchron mit unserer biologischen Zeit ist“.

Die Umstellung auf die Winterzeit betrifft auch den Sternenhimmel. „Weil es dadurch früher dunkel wird, kann man auch die Sterne früher sehen. Das betrifft nicht nur Profis, sondern auch Hobbyastronomen, Kinder, Eltern und andere Interessierte“, sagt Bardenhagen. Während man die Sterne im Winter schon ab 18 oder 19 Uhr beobachten könne, sei das im Sommer erst spät möglich. „Man muss ja aber irgendwann auch noch schlafen können.“

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