Aachen: Zeichen stehen auf Grün bei den Schwarz-Gelben

Aachen: Zeichen stehen auf Grün bei den Schwarz-Gelben

Auf dem Potsdamer Platz in Berlin hat alles begonnen. Als nämlich 1925 dort die erste Ampel Deutschlands installiert wurde, hat es sich - auch in Aachen - eingebürgert: Grün steht für Start, Rot bedeutet Stopp.

Insofern stehen bei den Schwarz-Gelben derzeit die Zeichen auf Grün - und zwar im doppelten Sinne. Denn erstens firmiert Alemannias neue Spielklasse, die dritte Liga, unter dem grünen Logo des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), während die beiden Bundesligen darüber das rote Emblem der Deutschen Fußball-Liga (DFL) tragen. Und zweitens herrscht derzeit Aufbruchstimmung rund um den Tivoli.

Kein Wunder, angesichts von „1000 Fans beim ersten Training, 10.000 Zuschauer beim Testspiel gegen Köln und 17.000 Besuchern bei der Saisoneröffnung”, wie Aachens Trainer Ralf Aussem vor dem ersten Heimspiel in der neuen Liga am Samstag gegen Wacker Burghausen (Anpfiff 14 Uhr) aufzählte.

Nur rund 25.000 Plätze

Doch mit dem Wechsel von Rot auf Grün ändern sich noch mehr Dinge rund um die Spiele am Tivoli. Denn der ist bei „Regelspielen”, wie Geschäftsführer Frithjof Kraemer „normale Spiele” ohne besondere Brisanz nennt, nicht mehr komplett geöffnet. „Wegen der geringeren Zuschauerzahl in der dritten Liga werden wir einzelne Blöcke auf der West- und Nordtribüne sperren”, kündigt Kraemer an. Somit stehen am Samstag gegen Burghausen nur rund 25.000 Plätze bei einer Gesamtkapazität von 32.900 Plätzen zur Verfügung. Damit könne man die Zuschauer besser konzentrieren, „die Fans verlieren sich nicht mehr in der Breite des Stadions”, so Kraemer. Außerdem spare man beim Sicherheitsdienst ein.

Apropos Sicherheitsdienst: Der ist auch neu am Tivoli und wird vom neuen Hauptsponsor der Alemannia „Geller Sicherheitstechnik” gestellt. Für Geschäftsführer Babak Geller ist die zweijährige Partnerschaft mit der Alemannia „eine Herausforderung”. Und damit meint er nicht seine Herkunft aus der anderen Domstadt am Rhein. Denn dort hat er als Sponsor bei den Kölner Haien im Eishockey oder den Handballern des VfL Gummersbach genug Sporterfahrung gesammelt. „Wir wissen, dass jeder unserer Mitarbeiter eine Visitenkarte für die Alemannia ist.” Und dieser Herausforderung wolle man sich stellen. Frithjof Kraemer nennt diese „Herausforderung” das „beste Gesamtpaket”, das Geller der Alemannia in Sachen Sponsoring angeboten habe - ein Paket bestehend aus Geldleistung für die Trikotwerbung (Kraemer: „Eine sechsstellige Summe.”) und Dienstleistung im Stadion für die nächsten beiden Jahre.

Welche Partie „Regelspiel” und welche „Topspiel” - also mit komplett geöffnetem Tivoli - sein wird, das wolle man von Fall zu Fall entscheiden, je nach sportlichem Erfolg der Alemannia, Tabellensituation, Sicherheitsaspekten und der erwarteten Anzahl an Gästefans, kündigt Kraemer an. „Das kann beim nächsten Heimspiel gegen Borussia Dortmund II schon ganz anders sein”, blickt der Geschäftsführer auf die Partie am Freitag kommender Woche, 3. August, 19 Uhr, voraus, „denn die Bundesligamannschaft der Dortmunder ist ja noch nicht im Regelspielbetrieb.”

Eine Schätzung, wie viele Fans die Alemannia gegen Burghausen unterstützen werden, fällt Kraemer indes schwer. „Da fehlen uns die Erfahrungswerte.” Bis Donnerstag waren jedenfalls knapp 9000 Tickets verkauft, inklusive der inzwischen fast 7000 Dauerkarten. „So zwischen 12.000 und 15.000 Zuschauer könnten es werden”, tippt Kraemer vorsichtig.

Er verspricht aber, dass trotz der geschlossenen Blöcke mehr Kassenhäuschen geöffnet sein werden als beim Testspiel gegen Köln, wo viele Fans lange vor den Ticketschaltern warten mussten. „Da sind wir vom Ansturm an den Tageskassen überrascht worden”, räumt er ein.

Die Tageskassen am Stadion betrifft eine weitere Änderung in der dritten Liga. Denn die öffnen erst 90 Minuten vor Anpfiff, in Liga 2 waren 120 Minuten üblich. Und nun sind auch die Autogrammkarten wieder sauber. Die vermatschten Gesichter der Kampagne „Auf Gedeih und Verderb” gehören der Vergangenheit an. „Wir wollen uns in dieser Saison aufs Wesentliche konzentrieren”, sagt Frithjof Kraemer, „und das ist Fußballspielen.”

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