Wolfgang und Ursula Dankwardt sind seit 60 Jahren verheiratet

Diamantene Hochzeit : Wolfgang und Ursula Dankwardt sind seit 60 Jahren verheiratet

Wolfgang Dankwardt und seine Frau Ursula, geb. Hubert, feiern am Donnerstag das Fest der Diamantenen Hochzeit; in 60 Ehejahren haben sie viel erlebt. In den 1950er Jahren sind beide, unabhängig voneinander, aus der damaligen DDR rüber nach Westdeutschland gekommen.

Wolfgang Dankwardt kam 1936 in Binz auf der Insel Rügen auf die Welt, seine spätere Frau ist 1934 in Stettin geboren. Es war ein Zufall, dass sie sich an der Mosel kennenlernten, Ursula Dankwardt erzählt: „Ich ging mit einer Freundin spazieren, da kamen zwei junge Männer vorbei.“ Und ihr Ehemann erzählt weiter: „Wir hatten ein Kanu geliehen und ein wenig gepaddelt; dann trafen wir bei einem Spaziergang die beiden Damen und haben gefragt: Dürfen wir Sie ein Stück begleiten?“

Daraus wurde für Wolfgang und Ursula eine Beziehung fürs Leben. Am 22. November 1958 gaben sie sich in Stolberg das Ja-Wort, hier wohnten sie, der junge Ehemann hatte Arbeit in seinem Beruf als Koch gefunden. So arbeitete er beispielsweise in Brüssel während der Weltausstellung, und zwar in einem riesigen Restaurant mit 1400 Plätzen. „Die Kartoffeln wurden noch von Hand geschält, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, erzählt er.

Erst nach sieben Jahren konnte das Paar in der Heimat kirchlich heiraten, da war eine Reise „in den Osten“ möglich. Auf Rügen trafen sich zum ersten Mal die Eltern der Beiden. „Unsere Eltern kannten sich ja nicht“, schmunzelt Wolfgang Dankwardt, „die haben sich in Dreschvitz am Bahnhof kennengelernt“. Als 1960 in Rom die Olympischen Spiele stattfanden, wurden wieder viele gute Köche gesucht, und Wolfgang Dankwardt machte mit. „Ich habe immer die Augen aufgehalten und meine Chance genutzt“, erzählt er, „man lernte, indem man bei den anderen was abguckte“.

In Stolberg kochte er für die Firma Kutsch, später dann in der Küche der TH Aachen. Seine Frau, die früher einer Bürotätigkeit nachgegangen war, hat sich auch in der Küche eingearbeitet. Dafür blieb nicht mehr viel Zeit, als 1959 der Sohn zur Welt kam. Fast 20 Jahre lang war das Paar selbstständig und führte einen Imbiss in der Laufenstraße in Monschau. Das bedeutete sehr viel Arbeit, aber auch interessante Kontakte.

„Es kamen viele Holländer und Belgier“, weiß Ursula Dankwardt noch, „und wir wechselten das Geld in drei Währungen, das war sehr beliebt“. 1990 haben sie dieses Haus und den Imbiss aufgegeben und sind zunächst nach Woffelsbach gezogen. Beim Angeln im Rursee konnte sich Wolfgang Dankwardt vom stressigen Berufsleben erholen. Doch als die Beiden sich dann entschlossen, eine schöne Wohnung in Binz zu beziehen, ging das Kochen wieder los, zwar hobbymäßig, aber doch für Hochzeiten und ähnliche Feste.

Ihr Sohn, der in Monschau wohnt, holte seine Eltern schließlich nach Kalterherberg, als sie nicht mehr alleine die Dinge des Alltags bewältigen konnte. Im Seniorenwohnsitz Lambertz fühlen sie sich wohl, bei schönem Wetter machen sie kleine Spaziergänge. Am Donnerstag wird es eine Feier im Haus geben mit Sohn, Enkel und Urenkel und einigen weiteren Gästen.

(ale)
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