Roetgen: „Wohnpark Greppstraße III“: 21 Häuser und lockere Bebauung

Roetgen: „Wohnpark Greppstraße III“: 21 Häuser und lockere Bebauung

Im Dezember 2011 hat der Roetgener Gemeinderat die Aufstellung des Bebauungsplans „Wohnpark Greppstraße III“ beschlossen. 17 Monate und etliche Diskussionen, Gutachten und Planänderungen später war es am Dienstagabend endlich so weit.

Der Plan für das gut zwei Hektar große Gebiet zwischen der B 258, der Greppstraße und dem Vennbahnweg wurde mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP und gegen die Stimmen von UWG und Grünen als Satzung beschlossen. „Damit ist diese Geschichte endlich in trockenen Tüchern“, war Bürgermeister Manfred Eis die Erleichterung anzuhören.

Im genannten Bereich wird durch die Roetgener Bauland GmbH auf ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen der‘ Wohnpark Greppstraße III entwickelt. Hier sollen neben einer Bebauung unmittelbar an der Greppstraße voraussichtlich 21 Einzelhäuser auf einer Gesamtfläche von 2,1 Hektar entstehen. Die Grundstücksgrößen liegen zwischen 600 und 750 Quadratmetern. „Durch die Planung wird ein familienfreundliches und wohnparkähnliches Wohngebiet mit sehr geringer Baudichte geschaffen“, wirbt die Bauland GmbH, hinter der sich die Sparkasse verbirgt, für das „Wohnen im Grünen“ im 8000-Einwohner-Ort.

Die Erschließung des Plangebietes erfolgt über eine an die Grepp-straße angebundene und Richtung Nordosten führende Stichstraße, an die drei untergeordnete, weitere Stichstraßen angehängt werden, über die einzelne jeweils separate Hausgruppen erschlossen werden. „Im Nordosten im Bereich des Baumbestandes am Vennbahnweg sind ein Spielplatz und ein Zugang zum Vennbahnweg vorgesehen. Vorhandene Heckenstrukturen und Baumbestände sollen erhalten und planungsrechtlich geschützt werden“, heißt es da.

Bis die ersten Häuser im Wohnpark bezogen werden können, wird es allerdings noch etwas dauern. Im Juni soll nach der Gesellschafterversammlung der Bauland GmbH dem Fachausschuss ein Bauzeitenplan vorgelegt werden, wie Bürgermeister Eis ankündigte.

Gleichwohl konnte Dirk Meyer von der Verwaltung im Rat von weiteren „genommenen Hürden“ berichten: Die Einleitungserlaubnis der unteren Wasserbehörde liege inzwischen vor, und was die wegen der Vennbahn einzubeziehenden belgischen Behörden betreffe, habe man nun zumindest einen Ansprechpartner — „und das ist schon viel“, unkte Meyer zur Erheiterung des Rates.

Zahlreiche, während der Offenlage von Behörden (12) und Bürgern (4) vorgetragene Anregungen und Bedenken hatte der Bauausschuss sich schon im April vorgenommen, und die Verwaltung hatte die drei Wochen seither für die Umsetzung weiterer Korrekturwünsche, zumeist die Erschließung und Entwässerung betreffend, genutzt. „Für die CDU war es wichtig und richtig, diese Dinge noch einzuarbeiten und im Vertrag zu fixieren“, signalisierte Michael Seidel Zustimmung seiner Fraktion.

Klaus Onasch freute sich für die SPD, dass das Vorhaben nach anderthalb Jahren nun endlich reif sei, mochte die Zeitspanne aber nicht bemängeln: „Wenn ein solcher Plan viele Stellen und Menschen betrifft und es viel Klärungsbedarf gibt, dann ist das eben so, und dann ist es auch in Ordnung, dass die Dinge so lange dauern“, meinte Onasch und erwartet einen wahren Ansturm auf die Baustellen: „Der Bedarf ist völlig zweifellos da, und diese Nachfrage können wir nun befriedigen“, freuen sich die Sozialdemokraten auf neue Roetgener Bürger.

Für die Grünen wird die Nachfrage allerdings „an der falschen Stelle“ befgriedigt, wie Gerd Pagnia die Ablehnung seiner Fraktion begründete. Das habe schon das ellenlange Verfahren bewiesen, so Pagnia, der an den Grünen-Grundsatz einer „Entwicklung von innen nach außen“ erinnerte. Überdies sei zu befürchten, „dass die Greppstraße viel Verkehr abbekommt“, der ohne eine Neuregelung, beispielsweise Einbahnverkehr, nicht zu bewältigen sei.

Von „Bauchschmerzen an einigen Stellen des Plans“ sprach Günter Severain für die UWG, die deshalb den Satzungsbeschluss ablehnte, bei der Abwägung der Bedenken und Anregungen jedoch mit CDU, SPD und FDP stimmte. Mit 16:8 Stimmen wurde schließlich der Satzungsbeschluss gefasst, noch in diesem Jahr, so die vorsichtige Einschätzung der Verwaltung, kann die Erschließung des Wohnparks beginnen.

(hes)
Mehr von Aachener Nachrichten