Woffelsbach: Woffelsbach-Kier: Artenschutz bremst Erweiterung der Bebauung aus

Woffelsbach: Woffelsbach-Kier: Artenschutz bremst Erweiterung der Bebauung aus

Dorngasmücke, Gartenbaumläufer, Heckenbraunelle, Schafstelze, Sommergoldhähnchen, Waldkauz und Neuntöter sind nur einige der insgesamt 33 Arten, die bei einer Brutvogelkartierung im Sommer 2013 im Bereich Woffelsbach-Kier festgestellt wurden, ganz zu schweigen von seltenen Fledermausarten wie dem grauen Langohr oder dem kleinen Abendsegler.

Nicht vernachlässigen sollte man auch die wahrscheinlich vorkommende Haselmaus. Von dieser faunistischen Vielfalt erfuhren die Mitglieder des Simmerather Planungsausschusses, als sie jetzt über eine Neuordnung des Bebauungsplans Woffelsbach-Kier und eine eventuell damit verbundene Ausweitung der Bauflächen berieten. Das hauptsächlich mit Wochenendhäusern bebaute Gebiet rechts der Landstraße 128 zwischen Steckenborn und Woffelsbach dürfte aber keine Vergrößerung erfahren, denn gegen Neuntöter & Co. hat die Planung keine Chance. Außerdem ist ein dringlicher Bedarf nicht erkennbar. Während ein geplanter Parkplatz im östlichen Teil des Plangebietes keine unüberwindbaren Probleme aufzeigt, ist der für eine eventuelle Wohnbebauung vorgesehene westliche Bereich umso konfliktbeladener, machte Diplom-Biologe Hartmut Fehr vom Büro für Ökologie und Landschaftspflege aus Stolberg deutlich.

Unter diesen Umständen fragte sich Manfred Sawallich (SPD), ob es Sinn mache, sich in ein solches Abenteuer zu stürzen. Wenn überhaupt, dann solle man die weiteren planerischen Aktivitäten auf den Parkplatz beschränken. Auch Bruno Löhrer (CDU) erkannte, dass wohl für eine Änderung des Bebauungsplane „zu viel Konfliktpotential“ im Wege stehe.

So wurde der Verwaltung vom Ausschuss auch zunächst kein Planungsauftrag erteilt. In der nächsten Sitzung soll dann das weitere Vorgehen beschlossen werden. Wenn überhaupt, so der Tenor, dann sollte sich eine Bebauungsplanänderung maximal auf die Ausweisung einer Parkplatzfläche im Flächennutzungsplan beschränken, unabhängig davon, ob ein solcher Parkplatz, für den aktuell kein Bedarf erkennbar ist, dann jemals gebaut wird.

(P. St.)