Kesternich: Winterliche Verhältnisse beim Weihnachtssingen in Kesternich

Kesternich : Winterliche Verhältnisse beim Weihnachtssingen in Kesternich

Draußen war die erste weiße Pracht des Winters liegengeblieben und der Wind pfiff um die Häuser, während der Kesternicher Kirchenchor zu seinem Weihnachtskonzert in die Pfarrkirche St. Peter und Paul eingeladen hatte. „Der Stern zeigt den Weg durch die Nacht“ war das Motto. Die kirchenmusikalische Feierstunde am zweiten Advent dauerte gut eine Stunde und bot einiges an Abwechslung.

Gesangseinlagen, Erzählungen aus der Novelle „Bergkristall“ von Adalbert Stifter, Solo-Einlagen und eine Untermalung durch Bilder auf einer Leinwand wechselten sich während der Darbietung ab. „Unser Programm führt uns auf eine Wanderung vom späten Tag, durch Abend und Nacht, zum Licht des Sterns“, hieß es in einer kurzen Einführung. Zu Beginn waren die Reihen in der Kesternicher Pfarrkirche nur spärlich gefüllt — möglicherweise eine Konsequenz des Wintereinbruchs.

Solo-Einlagen und Erzählungen

Unter der Leitung von Eva Honecker, die den Chor am Keyboard begleitete, begann die „Wanderung“ mit dem Kanon „Das Licht ist mir erloschen“ von Antonio Salieri. Die Musik zeichnet eine Orientierungslosigkeit nach, indem sie zwischen verschiedenen Tonarten wechselt. Es folgten zwei Solo-Stücke, gekonnt vorgetragen von Johannes Honecker im Bariton und im Anschluss von seiner Schwester Sophia Honecker im Alt.

Nach jedem musikalischen Beitrag folgte eine Passage aus der Erzählung „Bergkristall“ von Adalbert Stifter. In dieser erzählt Stifter recht gemächlich und in bildhafter Sprache die Geschichte von zwei Kindern, die sich in den Bergen verirren. Im dichten Schnee finden sie den Abstieg nicht und überleben die eisige Nacht nur durch die Zusammenarbeit zweier Dörfer und der Liebe ihrer Eltern und Großeltern.

Nach und nach wird die Stimmung positiver und vermittelt durch Werke von Joseph Haydn das weihnachtliche Leuchten auf den Feldern von Bethlehem zur Verkündigung des Friedens. Auch das Lied „Zeige uns den Weg“ erzeugte durch das Singen von Chor und Besuchern eine fröhliche Stimmung.

Beim Lied „Drei Kön‘ge“ wusste der Chor durch eine stimmige Mischung aus Solo-Einlagen und Chorgesang zu überzeugen. Zum Abschluss stimmte der circa 25-köpfige Chor den Adventsklassiker „Wachet auf“ an — wieder gemeinsam mit den Besuchern. Es entstand eine besinnliche und gelöste Atmosphäre, die am Ende mit einigen stehenden Ovationen honoriert wurde.

Nach dem Konzert fand der Nachmittag im Pfarrheim seine Fortsetzung bei Glühwein und Gebäck.

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