Schöneseiffen: Windräder in Schöneseiffen werden höher

Schöneseiffen: Windräder in Schöneseiffen werden höher

18 stattliche Windräder gibt es derzeit bei Schöneseiffen. 2006 wurde deren Höhe auf insgesamt 120 Meter beschränkt. Doch der technische Fortschritt macht mittlerweile Anlagen möglich, die bis zu 185 Meter hoch sind. Diese Giganten können das Doppelte der Strommenge ihrer kleineren Brüder erzeugen: 3 MW statt 1,5.

Deshalb lohnt es sich heute, die noch einwandfrei funktionierenden Windräder abzubauen und durch effizientere zu ersetzen. Für dieses „Repowering” können Betreiber außerdem Fördermöglichkeiten nutzen. Die GLS-Bank, die zwölf Windräder betreibt, will diese durch modernere Anlagen ersetzen.

Dafür muss der Flächennutzungsplan geändert werden. Der Schleidener Umweltausschuss beriet über den entsprechenden Antrag. Grundsätzlich standen die Ausschussmitglieder dem Ansinnen durchaus positiv gegenüber. Wolfgang Heller (SPD) sagte allerdings, es handele sich um eine beträchtliche Änderung des Status quo, so dass man hören müsse, was die Bürger dazu sagen. Jochen Kupp (CDU) sagte, Repowering sei eine gute Sache, und der bestehende Windpark werde ohnehin gut angenommen. Er erinnerte daran, dass auch die Gemeinde Hellenthal einen Windpark plane.

Beigeordneter Marcel Wolter erläuterte, dass beim Repowering weniger Windräder als vorher aufgestellt würden. Ansonsten würden die jeweils fünf Millionen Euro teuren Anlagen sich gegenseitig den Wind nehmen. Der Windpark Schöneseiffen sei um das Jahr 2000 errichtet worden. Damals seien feste Pachten mit den Betreibern vereinbart worden. So erzielt die Stadt derzeit pro Jahr 177.000 Euro Pachteinnahmen.

Als die Verträge gemacht wurden, habe man sich auf eine jährliche Fixsumme geeinigt. Heute dagegen werden solche Verträge ertrags- und gewinnorientiert abgeschlossen. Wolter: „Wenn der Betreiber mitspielt, würde man den neu abzuschließenden Vertrag ebenfalls gewinnorientiert gestalten.” Häufig wird heutzutage von einer Pachtsumme von 40.000 Euro pro Rad ausgegangen. Doch es kann auch mehr werden. Wolter: „Damit sind Sie bei weitem nicht am Ende.”

Der Betreiber habe die Anlagen eigentlich für eine Nutzungsdauer von 20 Jahren vorgesehen. Wenn er diese nach zehn Jahren ersetze, müsse er eine Sonderabschreibung vorsehen, die den künftigen Ertrag mindert. Das wird aber sicherlich bei einem Vertrag zu berücksichtigen sein. Laut Wolter hatte die Firma Abo-Wind vor Jahren den Schöneseiffener Windpark entwickelt, dann aber zwölf Windräder an die GLS-Bank verkauft. Verkauft wurden weitere an andere Betreiber, wobei Abo-Wind eines der Räder behalten hat. Nicht alle Flächen im Windpark gehören der Stadt, einige seien auch in Privatbesitz.

Zahl der Anlagen ist noch unklar

Die GLS-Bank, eine sozial-ökologische Universalbank mit Hauptsitz in Bochum, bestätigte das Vorhaben. Pressesprecher Christof Lützel: „Wir können erst weiter planen, wenn wir wissen, dass der Flächennutzungsplan geändert wird. Und die Alteigentümer, nicht die GLS-Bank, entscheiden, ob sie so verfahren möchten.” Gemeint sind Personen, die Anteile gezeichnet haben, darunter viele aus dem Schleidener Raum. Die GLS-Bank habe lediglich den Fonds aufgelegt und betreibe die Windräder. Sie werde mit den Eigentümern weitere Maßnahmen überlegen.

Wie viele Windräder neu gebaut werden, stehe noch gar nicht fest. „Der Windpark Schleiden hat sich immer dadurch ausgezeichnet, dass wir etwas mit den Bürgern und nicht gegen die Bürger entwickelt haben”, sagt Lützel. Bei einer Enthaltung von Heller (SPD) wurde dem Rat empfohlen, die Höhenbegrenzung aufzuheben, um dem Betreiber die Möglichkeit zum „Repowering” zu geben.

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