Monschau: Wie aus dem französischen Montjoie das deutsche Monschau wurde

Monschau : Wie aus dem französischen Montjoie das deutsche Monschau wurde

Am Donnerstag trägt die Stadt Monschau seit genau 100 Jahren ihren Namen in der heutigen Form. Am 9. August 1918 wurde aus dem französischen Montjoie das gegenwärtige, deutsche Monschau. Der Name der heutigen Altstadt als de Monte Ioci ist erstmals 1198 bezeugt.

Walram von Limburg-Monschau, der erste Herr der Monschauer Burg und spätere Herzog von Limburg (1221-1226) ist als Kreuzfahrer 1197 im Heiligen Land gewesen.

Der altfranzösische Ausdruck Monjoy/Monsoy — zu deutsch „Berg der Freude“ — fungierte zum einen als Schlachtruf der Kreuzritter im Angesicht der zu befreienden Stadt Jerusalem, zum anderen als Name von Anhöhen an Pilgerwegen, von wo aus das ersehnte Ziel zu sehen war.

Weiter ist er ein nicht seltener Name von französischen Burgflecken und der Bestandteil „Mon“ deswegen auch als „Berg“ verstanden worden. Um 1800 war die Form Montjoie, also „Freudenberg“, zur Zeit der französischen Herrschaft im Rheinland mit neufranzösischer Aussprache aufgekommen. Selbst nach dem Abzug der französischen Verwaltung setzte sich die Form weiter durch.

Der Blick führt dann in das Jahr 1918. Am 9. August unterzeichnete Kaiser Wilhelm II. infolge des verlorenen Krieges den Erlass zur Umbenennung der Stadt. Aus Montjoie wurde also Monschau. „Man wollte nicht in Verdacht stehen, dass die Stadt französisch sein könnte, und nicht mit den Franzosen sympathisieren“, sagt Hans Gerd Lauscher vom Geschichtsverein des Monschauer Landes e.V. „Im Sinne der deutsch-französischen Erbfeindschaft wurde die französische Bezeichnung durch eine deutsche ersetzt.“

Die alten Monschauer hätten den neuen, deutschen Namen allerdings nie richtig ausgesprochen, sondern weiterhin mit französischem Akzent. „Ob bewusst oder aus Gewohnheit, das weiß man nicht“, sagt Lauscher. Auch heute findet man im nahe gelegenen belgischen Raum immer noch Schilder, auf denen der Namen Montjoie zu lesen ist.

(cap)
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